Rund 28 Prozent

Mehr als jeder vierte Ausländer mit Duldung ist minderjährig

+
Laut Ausländerzentralregister gab es Ende Januar 182.169 Geduldete in Deutschland, darunter 50.870 Minderjährige. Foto: Patrick Pleul/Archiv

Berlin (dpa) - Rund 28 Prozent der Ausländer, die mit einer sogenannten Duldung in Deutschland leben, sind Kinder und Jugendliche.

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der migrationspolitischen Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Filiz Polat, hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Laut Ausländerzentralregister gab es Ende Januar 182.169 Geduldete, darunter 50.870 Minderjährige.

Die Mehrheit der Geduldeten ist schon viele Jahre in Deutschland. Fast 120.000 der Ausländer, die aktuell mit einer Duldung hier leben, sind seit drei oder mehr Jahren im Land. Mehr als 15.400 Geduldete leben sogar schon seit über zehn Jahren in Deutschland.

Die Duldung heißt eigentlich "Bescheinigung für die Aussetzung einer Abschiebung". Das bedeutet, dass ein Ausländer, der eigentlich ausreisen müsste, nachdem sein Asylantrag abgelehnt wurde, aus dringenden humanitären oder persönlichen Gründen vorerst bleiben darf. Zum Beispiel weil er krank ist oder ein Kind das Schuljahr beenden soll. Eine Duldung gibt es auch für Menschen, die eine Ausbildung aufnehmen. Die Duldung ist kein Aufenthaltstitel, sondern in der Regel nur für einige Monate gültig.

Die Grünen fordern: Wer trotz Ablehnung im Asylverfahren binnen drei Jahren nicht zurückkehren oder abgeschoben werden kann, soll grundsätzlich eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Polat sagte, der von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vorgelegte Entwurf für ein Gesetz zur verbesserten Durchsetzung der Ausreisepflicht sei ein "Menschen-ohne-Rechte-Gesetz". Wer in Deutschland arbeite und gut integriert sei, brauche eine aufenthaltsrechtliche Perspektive und nicht "das Damoklesschwert der drohenden Abschiebung" über dem Kopf.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Nach Lanz‘ Entgleisung im ZDF: Albanischer Premierminister empört - „Schändliche Verurteilung“

Heftiges Wortgefecht im ZDF-Talk von Markus Lanz: Der albanische Premierminister Edi Rama ist nach Lanz‘ „Hütchenspieler“-Aussage sauer. 
Nach Lanz‘ Entgleisung im ZDF: Albanischer Premierminister empört - „Schändliche Verurteilung“

Erdogan will mehr Geld - Merkel einzige Verbündete? Grüne warnen vor „Erpressung“

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Freitag zu Gast bei Erdogan. Kurz vor ihrem Besuch wird ein „Geheimdokument“ öffentlich. 
Erdogan will mehr Geld - Merkel einzige Verbündete? Grüne warnen vor „Erpressung“

Trumps Minister blafft Greta Thunberg an - die kontert auf Twitter: „Man braucht keinen ...“

Der Konflikt geht weit über Twitter-Kritiken von Greta Thunberg und Donald Trump hinaus. In Davos wurden die Gräben in der internationalen Klimapolitik deutlich. 
Trumps Minister blafft Greta Thunberg an - die kontert auf Twitter: „Man braucht keinen ...“

Donald Trump beim „Marsch fürs Leben“: Abtreibungsgegner feiern den US-Präsidenten 

Donald Trump nimmt am „Marsch fürs Leben" teil. Die Abtreibungsgegner feiern ihn – für einen typischen „Trump-Auftritt“.
Donald Trump beim „Marsch fürs Leben“: Abtreibungsgegner feiern den US-Präsidenten 

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.