168.000 Kinder betroffen

Mehr Eltern brauchen Kinderzuschlag

+
Der Kinderzuschlag ist eine Unterstützung für Eltern, deren Einkommen nicht ausreicht, um auch den Unterhalt ihrer Kinder ausreichend zu sichern. Foto: Patrick Seeger

Wer nicht genug für den Unterhalt der eigenen Kinder verdient, kann Kinderzuschlag bekommen. Die Zahl der betroffenen Kinder ist zuletzt gestiegen.

Berlin (dpa) - Die Zahl der Kinder mit Kinderzuschlag ist im vergangenen Jahr deutlich auf rund 168.000 gestiegen. Das geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine entsprechende Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Für so viele Kinder wurde diese Sozialleistung Ende 2016 ausgezahlt, darunter waren rund 144.000 Kinder unter 15 Jahren. Ende 2015 lag die Zahl der Kinder mit Kinderzuschlag noch bei rund 152.000, darunter 131.000 unter 15-Jährige.

Der Kinderzuschlag ist eine zusätzliche finanzielle Unterstützung für erwerbstätige Eltern, deren Einkommen nicht ausreicht, um auch den Unterhalt ihrer Kinder ausreichend zu sichern. Der Kinderzuschlag beläuft sich auf maximal 170 Euro. Der Zuschlag wird zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt. Er wurde zusammen mit Hartz IV eingeführt, so dass Familien nicht allein wegen ihrer Kinder ins Arbeitslosengeld II rutschen.

Zimmermann sagte: "Für eines der reichsten Länder der Erde ist es beschämend, dass so viele Kinder von Armut betroffen sind." Statt unbeschwert aufwachsen zu können, lernten sie Entbehrungen kennen.

Ende 2014 bekamen noch rund 176.000 Kinder den Zuschlag. Einen Spitzenwert gab es in den vergangenen Jahren Ende 2010 mit 214.000 Kindern.

Zimmermann mahnte ein umfassendes Konzept zur Bekämpfung von Kinderarmut an. So müssten die Leistungen für Kinder erhöht werden. Sie forderte ferner eine eigenständige Kindergrundsicherung, sowie das Zurückdrängen von Leiharbeit, Teilzeit und Minijobs.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Japans Regierungschef schickt Opfergabe an Kriegsschrein

Tokio (dpa) - Der japanische Regierungschef Shinzo Abe hat dem umstrittenen Yasukuni-Schrein eine Opfergabe zukommen lassen. Südkorea kritisierte umgehend die Gabe an …
Japans Regierungschef schickt Opfergabe an Kriegsschrein

Rechtsrockfestival: Sächsische Polizei geht in Ostritz gegen Neonazis vor

Im sächsischen Ostritz ist die Polizei gegen mehrere Neonazis vorgegangen, die T-Shirts mit verbotenen Aufschriften getragen haben.
Rechtsrockfestival: Sächsische Polizei geht in Ostritz gegen Neonazis vor

OPCW: Chemiewaffen-Inspekteure haben Proben in Duma genommen

Mit dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in der ehemaligen syrischen Rebellenhochburg Duma rechtfertigten die USA und ihre Verbündeten die Raketenangriffe auf Ziele in dem …
OPCW: Chemiewaffen-Inspekteure haben Proben in Duma genommen

Seehofer lässt Korruptionsverdacht beim BAMF untersuchen

Für die SPD ist die Sache klar: Die Verantwortung für Missstände beim Flüchtlingsbundesamt trägt die Union. Doch was ist tatsächlich in der Bremer Außenstelle …
Seehofer lässt Korruptionsverdacht beim BAMF untersuchen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.