Umfrage-Dämpfer für Putin

Mehrheit der Russen für Altersgrenze des Präsidenten

Das dürfte Kremlchef Putin nicht begeistern: Die Mehrheit der Russen ist für eine Altersbeschränkung des Präsidenten. Foto: Maxim Shemetov/Pool reuters/AP/dpa
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Das dürfte Kremlchef Putin nicht begeistern: Die Mehrheit der Russen ist für eine Altersbeschränkung des Präsidenten. Foto: Maxim Shemetov/Pool reuters/AP/dpa

Kremlchef Wladimir Putin ist 67 Jahre alt - zeigt jedoch wenig Interesse, seine Amtszeit in absehbarer Zeit zu beenden. Die Mehrheit der Russen könnte sich mit dem Gedanken hingegen wohl anfreunden.

Moskau (dpa) – Nach mehr als 20 Jahren an der Macht muss sich Kremlchef Wladimir Putin einer Umfrage zufolge auch Gedanken über sein Alter machen. Die Mehrheit der Befragten unterstützt demnach eine Altersbeschränkung für den Präsidenten.

Putin ist 67 Jahre alt – 35 Prozent der Russen sind nach der repräsentativen Studie des Moskauer Meinungsforschungsinstituts Lewada der Meinung, dass mit Erreichen des Pensionsalters von 65 Schluss sein sollte. Weitere 27 Prozent sind für ein maximales Alter von 70 Jahren, wie es in Russland für Staatsbedienstete gilt.

26 Prozent der Befragten meinten, dass es - wie bisher - keine Altersbeschränkung geben sollte. In der Lewada-Umfrage äußerte die Mehrheit der Befragten auch die Meinung, dass Machtwechsel und neue Politiker für ein politisches System wichtig seien. 37 Prozent sprachen sich dagegen für die von Putin gepriesene "Stabilität" aus.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Unzufriedenheit mit dem Machtapparat in Russland und mit der wirtschaftlichen Lage wachse, sagte der Lewada-Direktor Lew Gudkow. Die Mehrheit wolle demnach, dass Putin 2024 nicht wieder zur Wahl antrete, meinte Gudkow.

Gemäß einer Verfassungsänderung kann der Kremlchef noch 2024 und 2030 kandidieren. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Auch die zerstrittene Opposition hat es bisher nicht geschafft, einen Konkurrenten für Putin in Stellung zu bringen.

Der Oppositionelle Alexej Nawalny kritisiert aktuell Putins Umgang mit der Corona-Krise. Der Präsident trete kaum öffentlich als Krisenmanager in Erscheinung und überlasse anderen das Agieren. Putin habe auch als Hauptinstrument im Kampf gegen die Epidemie lediglich landesweit für diese Woche arbeitsfrei angeordnet.

Umfrage des Lewada-Zentrums

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