Bundestagswahl 2017

Merkel: Koalition wird gemeistert - Spekulation um Schäuble

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Angela Merkel in der „Berliner Runde“ nach der Bundestagswahl

Kanzlerin Angela Merkel sieht für die bevorstehenden Koalitionsverhandlungen trotz aller Schwierigkeiten keine unüberwindbaren Hürden.

Berlin - Die Union werde das „meistern“, sagte die CDU-Chefin bei einem Auftritt mit Bayerns CSU-Innenminister Joachim Herrmann auf der CDU-Wahlparty am Abend in Berlin. Herrmann beklagte indirekt, dass die SPD eine Neuauflage der großen Koalition ausgeschlossen hat (Kommt jetzt die Jamaika-Koalition? Welche Regierungsbündnisse möglich sind). Es sei keine „politische Meisterleistung“, lieber in die Opposition zu gehen als zu regieren, sagte Herrmann.

Beide wurden bejubelt, als hätten CDU und CSU nicht das schlechtes Ergebnis in Merkels zwölfjähriger Kanzlerschaft eingefahren. In nichtöffentlichen Runden der CDU gab es dem Vernehmen nach hingegen Kritik und Niedergeschlagenheit. Dass die Union einen Dämpfer bekommen werde, sei erwartet worden. Aber nicht in diesem Ausmaß.

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Dabei sei auch erneut Unmut über Merkels Kurs in der Flüchtlingspolitik und das lange Ignorieren der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland angesprochen worden, hieß es.

Was passiert mit Wolfgang Schäuble?

Bei einer Koalition aus CDU, CSU, FDP und Grünen sei unklar, wer das Finanzressort und wer das Außenministerium besetzen würde. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wurde schon vor der Wahl in Parteikreisen als möglicher Nachfolger von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) genannt. Bei einer Jamaika-Koalition und der AfD im Bundestag bringe Schäuble mit seiner langen parlamentarischen Erfahrung die Voraussetzung mit, hitzige Debatten im Griff zu behalten.

AfD feiert - SPD am Boden: Die Bilder zum Wahlabend

Bundestagswahl
Angela Merkel betonte in ihrem ersten Statement einen Erfolg: Ohne die Union sei keine Regierungsbildung möglich © dpa
Bundestagswahl - SPD
Martin Schulz schloss eine erneute Große Koalition am Sonntagabend aus © dpa
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Frieden: Martin Schulz und Angela Merkel reichen sich vorder „Elefantenrunde“ die Hände © dpa
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AfD-Chef Jörg Meuthen und CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann begegneten sich ebenfalls in der „Berliner Runde“ © dpa
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In Streit gerieten später FDP-Chef Christian Lindner und SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz. Anlass: Die Absage der SPD für eine neue GroKo © dpa
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Über ein unerwartet gutes Ergebnis freuten sich die Grünen-Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir © dpa
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Betretene Gesichter gab es kurz nach 18 Uhr auf der Wahlparty der CDU © dpa
Bundestagswahl - SPD
Für Entsetzen sorgte das Wahlergebnis der SPD im Willy-Brandt-Haus © dpa
Bundestagswahl - SPD
Für Entsetzen sorgte das Wahlergebnis der SPD im Willy-Brandt-Haus © dpa
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Die AfD freute sich in Berlin über ihren ersten Einzug in den Bundestag © dpa
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AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland fand unmittelbar nach Schluss der Wahllokale harsche Worte: Er wolle die Regierung „jagen“ © dpa
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In Berlin demonstrierten einige hundert Menschen gegen die AfD © dpa
Bundestagswahl - Grüne
Jubel bei den Grünen - hier ist der bayerische Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek in München zu sehen. © dpa
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Auch in Berlin gerieten die Grünen in Feierlaune © dpa
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Fröhliche Liberale: Die FDP ist nun wieder im Bundestag vertreten © dpa
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Die FDP schaffte nach vier Jahren Pause den Wiedereinzug in den Bundestag - das Resultat: Freude im Hans-Dietrich-Genscher-Haus © dpa
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Zufrieden zeigte sich Linke-Chefin Katja Kipping bei der Wahlveranstaltung der Linken in Berlin © dpa
Bundestagswahl - SPD
Ende eines langen Wahlkampfes: Ein „Schulz 2017“-Ballon als Überrest der SPD-Wahlparty © dpa
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Banges Warten: Die AfD-Spitzenpolitiker Jörg Meuthen und Beatrix von Storch am frühen Sonntagabend © dpa
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Angela Merkel hatte am Nachmittag in Berlin ihre Stimme abgegeben © dpa
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Zum Wahllokal begleitet hatte sie ihr Mann, Joachim Sauer. © dpa
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Vizekanzler Sigmar Gabriel gab seine Stimme in Goslar ab © dpa
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Herausforderer Martin Schulz besuchte das Wahllokal - natürlich - in seiner Heimatstadt Würselen. © dpa
Bundestagswahl - AfD Petry
Auf Fotos der AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland und Alice Weidel an der Wahlurne wartete man vergeblich. Dafür ließ sich AfD-Chefin Frauke Petry ablichten. Im Hintergrund: Ihre Bodyguards. © dpa

Schäuble wird die Eröffnungsrede im neuen Bundestag halten, weil er mit 45 Jahren am längsten von allen Abgeordneten dem Parlament angehört. Nach einer kurzfristigen Änderung der Geschäftsordnung im Sommer wird Schäuble deshalb Alterspräsident, der diese Rede hält. Ohne die Geschäftsordnungsänderung hätte ein AfD-Abgeordneter Alterspräsident werden können.

dpa

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