Gespräche der Union

Merkel und Seehofer wollen Zoff um Obergrenze lösen

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Angela Merkel (CDU) und Horst Seehofer (CSU) sind sich in der Obergrenzen-Frage noch uneins. Foto: Sven Hoppe/Archiv

Schaffen sie einen Durchbruch? Gibt es einen Kompromiss? Bevor CDU und CSU Gespräche mit FDP und Grünen aufnehmen, müssen sie sich erst einmal untereinander einigen. Die CSU kommt mit klaren Vorgaben.

Berlin (dpa) - Die engste CDU-Spitze ist zu Vorberatungen über eine Beilegung des Streits mit der CSU über einen gemeinsamen Kurs hin zu einem Jamaika-Bündnis zusammengekommen.

Neben Kanzlerin und Parteichefin Angela Merkel kamen am Vormittag Generalsekretär Peter Tauber, Fraktionschef Volker Kauder und Kanzleramtschef Peter Altmaier in die Parteizentrale in Berlin. Finanzminister Wolfgang Schäuble wird erst zu den Beratungen mit der CSU am Mittag erwartet.

Eine große Rolle dürfte bei dem Spitzentreffen der Zehn-Punkte-Plan von CSU-Chef Horst Seehofer stehen, der die Union nach den schweren Verlusten bei der Bundestagswahl auf einen konservativeren Kurs zurückführen will.

Die gemeinsame Runde aus je fünf Vertretern von CDU und CSU trifft sich am Mittag im Adenauerhaus. Zuvor dürften sich Merkel und Seehofer unter vier Augen beraten. Für die CSU kommen der neue Berliner Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, Generalsekretär Andreas Scheuer, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer. Schäuble nimmt teil, weil es auch um die Finanzierung möglicher Beschlüsse gehen dürfte.

Im Zentrum des Streits unter den Unions-Schwestern steht die von Seehofer verlangte Obergrenze für Flüchtlinge. Merkel lehnt eine Obergrenze strikt ab, auch mit den Grünen dürfte sie in den Verhandlungen über ein Jamaika-Bündnis nicht durchzusetzen sein. In dem Zehn-Punkte-Plan der CSU ist der umstrittene Begriff ohne Nennung einer konkreten Zahl in einer Art Überschrift zu einem Unterpunkt enthalten. Im erklärenden Text wird dann von "Begrenzung" gesprochen. Ob dies eine Brücke für einen Kompromiss zwischen Merkel und Seehofer sein könnte, blieb zunächst unklar.

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