Schäuble mahnt USA

Angela Merkel will Trumps Rede „mit Interesse studieren“

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Bundeskanzlerin Merkel weilt zu Trumps Amtseinführung in Potsdam

Berlin - Trumps Amtseinführung beschäftigt Berlin: Angela Merkel will Trumps Antrittsrede aber nicht live verfolgen. Finanzminister Schäuble richtet warnende Worte an die USA.

Kanzlerin Angela Merkel und ihre Regierung werden die Antrittsrede von Donald Trump als US-Präsident „mit Interesse studieren“. Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Danach beginne eine enge Zusammenarbeit der Bundesregierung und der neuen Trump-Führung. 

Live werde die Kanzlerin die Amtseinführung Trumps aber nicht verfolgen: Zu diesem Zeitpunkt am Freitagabend sei Merkel bei der Eröffnung des neuen Kunstmuseums Barberini in Potsdam.

Die Geschehnisse des „Inauguration Day“ in Washington können Sie in unserem Live-Ticker verfolgen

Auswärtiges Amt will schnell Klarheit

Der Sprecher des Außenministeriums, Martin Schäfer, sagte, das Auswärtige Amt würde gern sehr schnell Themen besprechen, die „uns unter den Nägeln brennen“. „Wir setzen auf ein offenes Ohr der neuen Administration.“ Es gebe auch positive Signale dazu aus Washington.

Schäuble: „Auf Vereinbarungen pochen“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) richtete unterdessen bereits deutliche Worte an die Adresse der neuen US-Regierung. Er mahnte die Trump-Administration zur Vertragstreue.

„Auch die USA haben internationale Abkommen unterschrieben“, betonte Schäuble in einem beim Weltwirtschaftsforum in Davos geführten Interview mit dem „Spiegel“. „Ich glaube nicht, dass morgen der große Handelskrieg ausbricht. Aber natürlich werden wir darauf pochen, dass Vereinbarungen eingehalten werden.“

Trump-Tweets nicht zu wichtig nehmen

Schäuble riet, Trumps Ankündigungen über Twitter nicht zu wichtig zu nehmen. „Man darf Trumps Art der Kommunikation nicht mit Regierungerklärungen verwechseln. Darauf werden wir nicht einsteigen.“

Gleichzeitig konterte der Finanzminister die Kritik an den deutschen Autobauern. „Wenn Trump den Amerikanern wirklich vorschreiben will, welche Automarken sie kaufen sollen, wünsche ich ihm viel Glück“, sagte Schäuble dem Magazin. „Das ist nicht meine Vorstellung von Amerika. Ich glaube auch nicht, dass es seine ist.“

Obama dankte Merkel

Seibert äußerte sich unterdessen nicht näher zu einem Telefonat von Merkel und dem bisherigen US-Präsidenten Barack Obama am Vorabend. Das Gespräch, an dem auch Merkels Mann, Joachim Sauer, und Obamas Frau Michelle teilgenommen hätten, habe persönlichen Charakter gehabt. Es sei Ausdruck der engen achtjährigen Zusammenarbeit und der hohen Wertschätzung Merkels und Sauers für Obama gewesen.

Nach Angaben des Weißen Hauses dankte Obama beiden für ihre Freundschaft und die Bemühungen, die Partnerschaft zwischen Deutschland und den USA zu vertiefen. Obama legte Wert auf die Feststellung, dass dieser Anruf sein letzter war, den er als US-Präsident beim Oberhaupt einer anderen Regierung gemacht habe. Nach acht Jahren der Freundschaft und Partnerschaft sei das angemessen.

dpa/fn

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