Acht Monate nach Festnahme

Mesale Tolus Ehemann aus türkischem Gefängnis entlassen

Mesale Tolu ist noch nicht frei: Der Prozess gegen sie wird am 18. Dezember fortgesetzt. Dann könnte das Gericht theoretisch auch ihre Freilassung aus der Untersuchungshaft beschließen. Foto: Stefan Puchner
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Mesale Tolu ist noch nicht frei: Der Prozess gegen sie wird am 18. Dezember fortgesetzt. Dann könnte das Gericht theoretisch auch ihre Freilassung aus der Untersuchungshaft beschließen. Foto: Stefan Puchner

Die deutsche Journalistin Mesale Tolu sitzt weiterhin in Istanbul in U-Haft. Für ihre Familie gibt es dennoch gute Nachrichten: Tolus Ehemann ist bis zu einem Urteil auf freien Fuß gesetzt worden.

Istanbul (dpa) - Knapp acht Monate nach seiner Festnahme ist der Ehemann der in der Türkei inhaftierten deutschen Journalistin Mesale Tolu aus dem Gefängnis entlassen worden.

Er habe seinen Schwiegersohn Suat Corlu kurz nach Mitternacht aus der Haftanstalt in Silivri bei Istanbul abgeholt, sagte Mesale Tolus Vater Ali Riza Tolu der Deutschen Presse-Agentur in Istanbul. Ein Gericht in Istanbul hatte am Dienstagabend entschieden, Corlu bis zu einem Urteil in dem Verfahren wegen Terrorvorwürfen auf freien Fuß zu setzen.

Ali Riza Tolu sagte: «Ich bin glücklich. Zumindest wurde mein Schwiegersohn freigelassen. Und in 19 Tagen hole ich auch meine Tochter ab.» Der Prozess gegen Mesale Tolu wird am 18. Dezember in Istanbul fortgesetzt. Dann könnte das Gericht theoretisch auch ihre Freilassung aus der Untersuchungshaft beschließen.

Zum Auftakt des Verfahrens gegen Mesale Tolu am 11. Oktober hatte das Gericht es allerdings noch abgelehnt, die Deutsche bis zu einem Urteil in dem Verfahren auf freien Fuß zu setzen. Mesale Tolu und 17 türkischen Angeklagten wird Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen. Ihr Ehemann ist nicht in diesem Verfahren angeklagt, sein Prozess wird aber ebenfalls fortgesetzt. Auch ihm wird Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen.

Ali Riza Tolu sagte, auch der dreijährige Sohn von Mesale Tolu und Suat Corlu sei dabeigewesen, als der Vater aus der U-Haft entlassen wurde. «Er hat zu seinem Vater gesagt: 'Holen wir jetzt auch die Mama ab?' Er glaubt dass wir auch die Mutter abholen können, wenn wir nur vor das Gefängnis gehen.» Nach ihrer Inhaftierung hatte Mesale Tolu den Sohn mehrere Monate bei sich im Gefängnis.

Tolu, die aus Ulm stammt, arbeitete in Istanbul für die kleine linke Nachrichtenagentur Etha. Ihr Ehemann ist im Vorstand der sozialistischen Partei ESP und in der pro-kurdischen Partei HDP aktiv. Suat Corlu war am 5. April festgenommen worden, Mesale Tolu am 30. April. Gegen beide wurde anschließend U-Haft verhängt.

Mesale Tolu gehört zu mindestens neun Deutschen, die aus politischen Gründen in der Türkei inhaftiert ist und deren Freilassung die Bundesregierung fordert. Namentlich bekannt aus dieser Gruppe ist neben Tolu nur der «Welt»-Korrespondent Deniz Yücel, der seit Februar ohne Anklage in Untersuchungshaft sitzt. Zuletzt war am 26. Oktober der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner aus türkischer Untersuchungshaft entlassen worden. Er war am Tag darauf nach Berlin ausgereist. Auch sein Verfahren wird fortgesetzt.

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