Michael Roth: Kita-Ausbau für alle statt Betreuungsgeld für wenige

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Michael Roth (MdB). Foto Privat

Michael Roth (SPD): Fernhalteprämie schadet Familien und UnternehmenBerlin/Werra-Meißner. Als "bildungs- und wirtschaftspolitischen Unsinn auf

Michael Roth (SPD): Fernhalteprämie schadet Familien und Unternehmen

Berlin/Werra-Meißner. Als "bildungs- und wirtschaftspolitischen Unsinn auf dem Rücken von Familien und der heimischen Wirtschaft" hat der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Roth die andauernde Diskussion von CDU, CSU und FDP zum so genannten Betreuungsgeld kritisiert. "Die Milliarden, die das kostet, sollten wir lieber in unsere Kitas investieren. Dort wird das Geld für die Betreuung und Bildung der Kinder eher gebraucht. Warum sollen Eltern dafür bezahlt werden, dass sie ihre Kinder nicht in die Kita schicken? Die meisten Eltern können es sich nicht leisten, zu Hause zu bleiben, sie müssen arbeiten", weist Roth auf die zahlreichen Gegenstimmen aus Verbänden, Wissenschaft und Politik hin.

Mit dem aktuellen Vorschlag von Schwarzgelb, die Fernhalteprämie auf die Arbeitslosengeld-II-Bezüge anzurechnen, sei man zudem an einem Tiefpunkt in der Diskussion angelangt. "Natürlich sollen Eltern auch in Zukunft selber entscheiden, ob sie ihr Kind in die Kita bringen wollen oder nicht. Aber wohlhabenden Familien monatlich 150 Euro für die Betreuung zu Hause zu bezahlen und Familien mit wenig Einkommen im Regen stehen zu lassen, ist an Zynismus kaum noch zu überbieten", ist Roth fassungslos über den Vorschlag aus den Reihen der CDU.

Roth wies auf die langfristig schädlichen Auswirkungen des Betreuungsgeldes hin: "Kinder profitieren in aller Regel vom Besuch von Krippen und Kitas. Die Wahrscheinlichkeit, später ein Gymnasium zu besuchen, steigt von 36 Prozent auf 50 Prozent, wenn die Kinder eine Krippe besucht haben", so der SPD-Bundestagsabgeordnete. Und Mütter und Väter, die den Wiedereinstieg in das Berufsleben nach der Elternzeit erfolgreich meistern, müssten keine langen Auszeiten mit Einbußen bei der Altersversorgung in Kauf nehmen. Und auch die heimischen Unternehmen seien dringend auf junge Arbeitskräfte angewiesen. "Wir fordern, die Mittel unseren Kommunen und den Trägern der Kitas zur Verfügung zu stellen. Mit den zwei Milliarden Euro, die die Fernhalteprämie und damit der Koalitionsfrieden von Schwarzgelb kosten dürfte, kann man allein 166.000 mehr Kita-Plätze schaffen", so Roth. Es wäre für die Familien und unsere Unternehmen ein Mut machendes Zeichen, wenn am Ende doch die Vernunft vor der Profilierungssucht siegen würde, hofft Michael Roth auf das Ende dieser Diskussion.

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