Minderheitendrama in Asien

Rohingya-Flüchtlinge bei Flucht aus Myanmar ertrunken

+
Tausende Rohingyas sind nach Bangladesch geflohen. Foto: Mushfiq Alam

Teknaf (dpa) - Mindestens 17 Rohingyas sind auf der Flucht von Myanmar nach Bangladesch ertrunken. Zwei Boote mit Flüchtlingen aus der muslimischen Minderheit seien in der Nacht gekentert, teilte ein Sprecher der Behörden in Teknaf im äußersten Süden Bangladeschs mit.

Fischer hätten die Leichen aus dem Grenzfluss Naf geborgen. Die meisten Opfer seien Frauen und Kinder. Nach der jüngsten Gewalt in der Unruheregion Rakhine in Myanmar flüchteten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration geschätzt 18.000 Rohingyas in den muslimischen Nachbarstaat Bangladesch. Im Grenzgebiet sollen weitere Zehntausende Menschen nach Fluchtmöglichkeiten suchen.

Rund eine Million Rohingyas leben im buddhistischen Myanmar, wo sie verfolgt und ausgegrenzt werden. Myanmar erkennt die teils seit Generationen im Land lebenden Muslime nicht als Staatsbürger an.

Vergangene Woche überfielen militante Rohingyas Polizei- und Militärposten. Dabei und beim Gegenschlag der Sicherheitskräfte wurden Schätzungen zufolge rund 100 Menschen getötet, die meisten von ihnen Rohingyas.

Bangladesch verstärkte daraufhin seine Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze. Es beherbergt nach eigenen Angaben bereits 400.000 Rohingyas, will aber keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Maas: Auftritt Cavusoglus in Solingen ist kein Wahlkampf

Ein geplanter Auftritt des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu in Solingen fällt nicht unter das Wahlkampfverbot für ausländische Regierungsvertreter in …
Maas: Auftritt Cavusoglus in Solingen ist kein Wahlkampf

Armenischer Ministerpräsident tritt zurück

Lange hat der starke Mann in Armenien, Sersch Sargsjan, an der Macht festgehalten. Doch in elf Tagen sind Straßenproteste gegen ihn zu einer Massenbewegung gewachsen. …
Armenischer Ministerpräsident tritt zurück

SPD setzt Frist im Streit um Abtreibungs-Werbeverbot

Paragraf 219a im Strafgesetzbuch hat viele Gegner. Eine Reform des sogenannten Werbeverbots für Abtreibungen hätte im Bundestag wohl eine Mehrheit - auch ohne die Union. …
SPD setzt Frist im Streit um Abtreibungs-Werbeverbot

Brüssel will Whistleblower besser schützen

Viele Enthüllungen wären ohne mutige Hinweisgeber nicht bekannt. Häufig müssten sie jedoch mindestens um ihre Karriere fürchten, sagt die EU-Kommission. Neue Vorschläge …
Brüssel will Whistleblower besser schützen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.