TV-Talk zu Jamaika-Verhandlungen

„Das sollte man auch beim ZDF wissen“: Kubicki poltert gegen Illner

+
Wolfgang Kubicki von der FDP ist ein gern gesehener Talkshow-Gast: Bei „Maybritt Illner“ ging es um „Jamaika“.

In der ZDF-Sendung „Maybritt Illner“ wurde der Stand der „Jamaika“-Verhandlungen debattiert. Beim Thema „Soli“ war Wolfgang Kubicki noch gereizt - als es um den Mindestlohn ging, platzte dem FDP-Mann der Kragen.

Update vom 9. März 2018: Der Ausgabestopp der Essener Tafel sorgt bei Maybrit Illner für Zündstoff. Nach einem eher selbstverständlichen Satz des JU-Chefs Paul Ziemiak lässt sich die neue Grünen-Chefin Annalena Baerbock zu einer provokanten Geste hinreißen.

Berlin - Wegen der erwartbaren großen Differenzen in Kernthemen wie Zuwanderung und Klimaschutz wurden die Verhandlungen über eine geplante Jamaika-Koalition erstmal verschoben. Ein Abschluss der Gespräche wird nun für kommende Woche angestrebt, wo die Parteichefs nochmal seperat Lösungsansätze suchen sollen. Dass sich die beteiligten Parteien CDU/CSU, Grüne und FDP noch bei weiteren Themen nicht die Klinke in die Hand geben, wurde am Donnerstagabend auch bei der ZDF-Talkrunde „Maybritt Illner“ deutlich

Dazu gehören polarisierende finanzielle Fragen wie etwa die Abschaffung des Solidaritätszuschlages oder der Mindestlohn. Zu Gast in der Sendung war auch der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki. „Jamaikas Griff in die Kasse – wer guckt am Ende in die Röhre?“ lautete der Titel und da folgte auch der häufig in Polit-Talkshows anwesende Kubicki der Einladung. Spätestens als es um den „Soli“ ging, stieg bei Kubicki etwas der Blutdruck: „Erstmal für die Klein- und mittleren Verdiener“, lautet das Vorhaben des 65-Jährigen in der Frage, wie die neue Regierung zur Abschaffung dieser Abgabe stehe. Später seien dann auch Besserverdienende dran, so Kubicki. Zu dieser Bewertung gibt es Zustimmung von CDU-Mann Jens Spahn. Was danach passierte, nennt die Bild eine „Watsche“ für Moderatorin Illner.

Mindestlohn-Debatte: Kubicki manövriert sich aus Frage heraus

Wolfgang Kubicki, der mittlerweile emotional ziemlich aufgewühlt ist, wurde mit der Frage konfrontiert, ob Deutschland einen höheren Mindestlohn brauche. Antwort: „Der Mindestlohn steigt automatisch. Das ist ein Gesetz. Da gibt es eine Kommission. Das sollte man auch beim ZDF wissen!“, polterte der FDP-Politiker. Doch was ist eigentlich dran an dieser These? Antwort: Zwar ist der Mindestlohn in Deutschland im Januar 2017 tatsächlich gestiegen - er beträgt nun 8,84 statt 8,50 Euro pro Stunde. Doch im Europa-Vergleich sehen die Deutschen nach wie vor schlecht aus.

Angesprochen auf den Mindestlohn reagierte Kubicki ungehalten.

Auch dieser Umstand könnte einen gewichtigen Anteil an der Tatsache haben, dass hierzulande immer mehr Menschen auf einen Zweitjob angewiesen sind. Dieser Trend ist massiv: Mittlerweile haben alleine in München schon 71.000 Menschen neben ihrem Hauptjob noch eine weitere Tätigkeit in Form eines Minijobs. Das ist eine Steigerung von 48 Prozent im Verlauf von zehn Jahren!, wie Merkur.de* berichtet.

Video: Mindestlohn - was darf der Arbeitgeber?

Dürfen Zulagen, wie Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld, auf den Mindestlohn angerechnet werden? Die Antwort gibt es im Video.

pf/Video: Glomex

*Merkur.de ist ein Angebot des Ippen Digital Redaktionsnetzwerks

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Migranten aus Seenot gerettet - EU-Mission "Sophia" ungewiss

Noch immer ist offen, wie es mit der EU-Mission vor der libyschen Küste weitergehen soll. Im Raum steht die Frage, ob künftig überhaupt noch Menschen im Mittelmeer …
Migranten aus Seenot gerettet - EU-Mission "Sophia" ungewiss

Syrische Weißhelme über Israel gerettet

Die syrische Hilfsorganisation Weißhelme hat im Bürgerkrieg mehr als 100.000 Menschen gerettet. Jetzt waren ihre Mitarbeiter selbst auf Hilfe angewiesen. Nach ihrer …
Syrische Weißhelme über Israel gerettet

Ecuadors Präsident will Assange Asyl entziehen

Seit mehr als sechs Jahren lebt Wikileaks-Gründer Julian Assange in Ecuadors Botschaft in London. Doch angeblich will das Land ihm nun die schützende Hand entziehen. …
Ecuadors Präsident will Assange Asyl entziehen

Ruhani droht Trump mit "Mutter aller Schlachten"

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat den USA mit der "Mutter aller Schlachten" gedroht. Die Fronten zwischen Teheran und Washington sind verhärtet wie nie zuvor.
Ruhani droht Trump mit "Mutter aller Schlachten"

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.