#MeToo-Debatte

Ministerin Barley fordert schärfere Strafen bei körperlichen Übergriffen gegen Frauen

Familienministerin Katharina Barley findet die Debatte über Sexismus immens wichtig.
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Familienministerin Katharina Barley findet die Debatte über Sexismus immens wichtig.

Derzeit solidarisieren sich User unter dem Hashtag #MeToo im Netz gegen die Herabwürdigung von Frauen. Für Familienministerin Barley ist das Thema eine Herzensangelegenheit - auch aus eigener Erfahrung.

Berlin - Familienministerin Katarina Barley zeigt sich erfreut sich über die „#MeToo“-Debatte, die vom Missbrauchsskandal um Hollywoodmogul Harvey Weinstein auch in Deutschland ausgelöst wurde. „Sexismus ist Alltag, in der einen Branche mehr als in der anderen. Deshalb ist die Debatte, die durch #MeToo ausgelöst wurde, immens wichtig“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Andererseits finde sie es auch frustrierend, „weil wir das Thema Sexismus immer wieder diskutieren und sich nicht viel ändert.“

Unter dem Hashtag #MeToo berichten Frauen in aller Welt seit Tagen in den sozialen Medien über Erfahrungen mit Chauvinismus, Sexismus und sexualisierter Gewalt.

Barley forderte härtere Gesetze: „Was körperliche Übergriffe angeht, wie Hand aufs Knie legen, sollten wir juristisch schärfer werden“, sagte sie. Außerdem beklagte sie, dass ein von der SPD geplantes Gesetz gegen sexistische Werbung keine Mehrheit gefunden habe. In einem Interview mit der Berliner Morgenpost sagte die scheidende Familienministerin gar, dass Sexismus Alltag sei. Daher empfinde sie die Debatte, welche unter dem Hashtag aktuell stattfinde „immens wichtig“, allerdings sei es frustrierend, da „wir das Thema Sexismus immer wieder diskutieren und sich nicht viel ändert“.

Die Ministerin betonte, bei Sexismus gehe es nicht ums Flirten, sondern immer um Macht. Daher müsse sich das „Machtgefälle zwischen den Geschlechtern“ in Deutschland ändern. „Das hat auch etwas mit fehlender Lohngerechtigkeit zu tun, mit dem Frauenanteil in den Parlamenten, mit einem Frauenanteil in Führungspositionen in Unternehmen.“

Die SPD-Fraktionschefin im Bundestag, Andrea Nahles, sieht eine typische Sexismus-Erfahrung darin, „dass Frauen nicht ernst genommen werden“, wie sie der „Bild am Sonntag“ sagte. „Bei Frauen wird sogar noch die Qualifikation angezweifelt, wenn sie bereits sehr erfolgreich im Leben stehen. Ich kenne nichts vergleichbares bei Männern“, fügte sie hinzu.

dpa/mh

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