"Missioniert" die Sunnah-Moschee in Fulda bei Flüchtlingen?

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Gemeindemitglieder sehen sich mit Salafismus-Vorwürfen konfroniert, die von Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) erhoben werden.

Fulda. Mit den Worten "wie auf unserer Internetpräsenz in der Rubrik ,Über uns’ bereits dargestellt, haben wir uns zum Ziel gesetzt, authentisch über den Islam zu informieren, aufzuklären und dazu einzuladen", reagiert die Fuldaer "Sunnah-Moschee" in der Von-Schildeck-Straße auf  Vorwürfe des Hessischen Innenministers Peter Beuth (CDU) im Landtag, wonach die Gemeinde salafistisch beeinflusst sei. Junge Muslime würden dort zur Teilnahme an den Kriegen im Irak und in Syrien animiert. Auch von mehreren Vorfällen der Anwerbung vor der Flüchtlings-Zeltstadt am Polizeipräsidium Osthessen im Herbst vergangenen Jahres berichtete der Minister. Mit Flyern und Geschenken sei versucht worden, Flüchtlinge zu "missionieren". Beuth erwähnte in diesem Zusammenhang auch die Koranverteilungssaktionen vor dem Fuldaer Bahnhof – zuletzt im Januar.

"Unsere Zielgruppen sind sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime, da wir davon überzeugt sind, dass der Islam der einzige Weg ist, um nach dem Tod ewige Erlösung zu erlangen. Wir wünschen für unsere Mitmenschen nur das Beste und sind davon überzeugt, dass der Islam das Beste ist", heißt es im Statement der "Sunnah-Gemeinde" weiter. "Bei unseren Aktivitäten bewegen wir uns stets innerhalb des hier geltenden Rechts und gefährden dabei in keinster Weise die Ordnung, Sicherheit und Stabilität in diesem Land." Der Vorwurf in einem Beitrag  von hr-Info, dass es Absicht sei, junge Muslime zum bewaffneten Kampf in Syrien zu bewegen, wäre falsch. "Dies gehörte nie zu unseren Zielen."Sollte die zitierte Aussage eines Sprechers des hessischen Innenministeriums "letztlich wollen sie damit junge Muslime dazu bewegen, in den bewaffneten Jihad zu ziehen" tatsächlich auf die Sunnah-Gemeinde bezogen sein, wie der Artikel suggeriere, "so gibt es hierfür weder Hinweise noch Beweise und dient lediglich dazu, Angst vor dem Islam und den Muslimen in Deutschland zu schüren", heißt es abschließend.

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