„Mit ihren Bürgern gespielt“

Brexit-Verhandlungen: Gabriel geht auf britische Konservative los

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Sauer auf die Tories: Außenminister Sigmar Gabriel (Archivbild).

Die Verhandlungen über den Ausstieg Großbritanniens aus der EU haben in Brüssel begonnen. Einen scharfen Vorwurf gab es von Außenminister Sigmar Gabriel in Richtung der britischen Konservativen.

Berlin - Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat Großbritannien zum Verbleib im EU-Binnenmarkt aufgefordert. „Unsere Hoffnung ist, dass (...) auch den Briten klar wird, dass sie gegen die Interessen ihrer Bürger und Bürgerinnen arbeiten, wenn sie nicht wenigstens versuchen, Großbritannien im Binnenmarkt zu halten“, sagte der SPD-Politiker am Montag zum Auftakt der Brexit-Verhandlungen in Brüssel.

Gabriel warf den Konservativen um Premierministerin Theresa May Egoismus vor. „Die Art und Weise, wie dort Konservative mit ihren Bürgern gespielt haben, um sich selber Vorteile zu erwirken, das war schon etwas, das jedenfalls ich als bemerkenswert und eigentlich schlimm empfand“, kommentierte er am Rande eines EU-Außenministertreffens in Luxemburg.

Zu einem möglichen Rückzug vom Brexit sagte Gabriel: „Die Tür ist immer offen, aber das ist die Entscheidung der Briten, der britischen Regierung und der Bevölkerung. Das ist nicht unsere Entscheidung.“ Niemand in Europa habe gewollt, dass Großbritannien austrete.

„Uns verbindet mehr, als uns trennt“

Der britische Brexit-Minister David Davis gab sich zum Start der Verhandlungen dagegen sehr zuversichtlich und versöhnlich. „Uns verbindet mehr, als uns trennt“, sagte er. Man gehe positiv und konstruktiv in die Gespräche. Ziel sei eine besondere und tiefe Partnerschaft mit der Europäischen Union.

Barnier wiederholte die Prioritäten der Europäischen Union: „Zuerst müssen wir die Unsicherheiten angehen, die der Brexit verursacht.“ Er hoffe, dass man in der ersten Verhandlungsrunde die wichtigsten Themen und den Zeitplan vereinbaren könne.

Bis Ende März 2019 sollen eine Vereinbarung über die Trennung und Eckpunkte für die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU unter Dach und Fach sein. Die britische Regierung geht nach der Wahlschlappe der Konservativen von Premierministerin Theresa May geschwächt in die Verhandlungen. Spekulationen über eine Neuausrichtung der Brexit-Politik erteilte London aber eine Absage. May will ihr Land nicht nur aus der EU, sondern auch aus dem Binnenmarkt und der Zollunion führen und stattdessen ein besonderes Freihandelsabkommen abschließen.

Lesen Sie auch: Start der Brexit-Verhandlungen: Johnson geht auf Schmusekurs

dpa

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