Manipulationsvorwürfe

Präsidentenwahl in Nigeria: Opposition lehnt Ergebnis ab

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Der amtierende nigerianische Präsident Muhammadu Buhari bleibt Staatsoberhaupt des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas. Foto: Ben Curtis/AP

Die Opposition in Nigeria hatte bereits vor Verkündung des Wahlergebnisses erklärt, dieses sei manipuliert. Nun hat die Wahlkommission Buhari offiziell zum Sieger erklärt. Gewaltausbrüche werden befürchtet.

Abuja (dpa) - Der in Nigerias Präsidentenwahl unterlegene Oppositionskandidat Atiku Abubakar will rechtlich gegen den Sieg von Staatschef Muhammadu Buhari vorgehen. Er habe "noch nie erlebt, dass unsere Demokratie so derartig entwürdigt" worden sei wie am Tag der Wahl, twitterte Abubakar am Mittwoch.

In vielen Bundesstaaten sei es zu vorsätzlichem Fehlverhalten gekommen. Zudem hätten Truppen in einigen Landesteilen ihre Waffen auf die Bürger gerichtet, die die Soldaten eigentlich hätten beschützen sollen. "Folglich lehne ich hiermit das Ergebnis der Schein-Wahl vom 23. Februar 2019 ab und werde dies vor Gericht anfechten", twitterte er.

Die Wahlkommission hatte am frühen Mittwochmorgen Amtsinhaber Buhari (76) mit 15,1 Millionen Stimmen zum Sieger erklärt. Der liberale Oppositionskandidat Abubakar (72) erhielt demnach 11,2 Millionen Stimmen. Die Abstimmung war Mitte Februar in letzter Minute um eine Woche verschoben worden - am vergangenen Wochenende wählten die Nigerianer schließlich einen neuen Staatschef und das Parlament. Experten hatten zuvor gewarnt, dass es bei einem knappen Wahlausgang zu Gewalt zwischen Anhängern beider Lager kommen könnte.

Nigeria ist mit rund 190 Millionen Menschen das bevölkerungsreichste Land, die größte Volkswirtschaft und auch der wichtigste Ölproduzent Afrikas. Gleichzeitig leben in keinem Land der Welt mehr Menschen in extremer Armut. Das ist einer der Gründe, wieso viele Nigerianer nach Europa fliehen.

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