Demo am 17. Juni

Muslime wollen gegen islamistischen Terror demonstrieren

+
Lamya Kaddor, hier im Januar bei einer Konferenz in Hamburg, ist unter anderem Islamwissenschaftlerin und Buchautorin. Foto: Bodo Marks

Ein symbolträchtiges Signal soll es sein. Muslime wollen mitten im Ramadan in Köln gegen Gewalt und Terror auf die Straße gehen. Nicht nur Politiker haben so ein Zeichen zuletzt gefordert.

Köln (dpa) - Unter dem Motto "Nicht mit uns" wollen Muslime in Köln gegen islamistischen Terror demonstrieren. Bis zu 10.000 Teilnehmer seien für die am 17. Juni geplante Demo angemeldet worden, teilten die Veranstalter mit.

"Die Anschläge von Menschen, die sich zur Rechtfertigung ungefragt auf den Islam berufen, häufen sich", erläuterten sie.

Deswegen würden "Muslime in ganz Deutschland und ihre Freunde" nun dazu aufrufen, "ein mächtiges Zeichen gegen Gewalt und Terror" zu setzen. Der geplante Friedensmarsch im Zentrum von Köln und mitten im Ramadan wäre ein symbolträchtiges Signal. Hinter dem Aufruf steht unter anderem die Islamwissenschaftlerin und Buchautorin Lamya Kaddor, die auch Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes ist.

Am Pfingstwochenende hatte der Konzertveranstalter Marek Lieberberg nach einem Terroralarm beim Festival "Rock am Ring" gesagt, er wolle "endlich mal Demos sehen, die sich gegen die Gewalttäter richten. Ich hab' bisher noch keine Moslems gesehen, die zu Zehntausenden auf die Straße gegangen sind und gesagt haben: Was macht ihr da eigentlich?" Die Äußerung hatte ihm von mehreren Seiten Kritik eingebracht. Lieberberg sei zu der Demo in Köln "herzlich eingeladen", sagte Kaddor der "Rhein-Zeitung".

Politiker hatten muslimische Geistliche und Verbände zuvor aufgerufen, entschlossen Position zu beziehen. "Ich würde mir wünschen, dass Imame Arm in Arm in Europa auf die Straße gehen und so deutlich machen, dass sie den Terroristen weder ihre Religion noch ihre Kinder überlassen", sagte die Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Cemile Giousouf, der "Rhein-Zeitung". Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt sagte der "Welt": "Die Islamverbände müssen eine klare Haltung zeigen."

Aufruf zum Friedensmarsch

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Sprecherin: Trump wird nach Davos reisen

US-Präsident Donald Trump wird zum Weltwirtschaftsforum in Davos reisen. Bei dem Treffen wollen 3000 Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft über die Zukunft beraten.
Sprecherin: Trump wird nach Davos reisen

US-"Shutdown" nach nur drei Tagen praktisch beendet

Nach einem nervenaufreibenden Wochenende lichtet sich der politische Nebel in Washington: Der "Shutdown" geht zu Ende, ehe er richtig greifen konnte. Viele Betroffene …
US-"Shutdown" nach nur drei Tagen praktisch beendet

Spitzentreffen: Seehofer, Merkel und Schulz rechnen mit zügigem Verhandlungsstart

Es ist schon jetzt die längste Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik und auch eine sehr teure. Die SPD fällte einen staatstragenden Beschluss - die …
Spitzentreffen: Seehofer, Merkel und Schulz rechnen mit zügigem Verhandlungsstart

Euro-Finanzminister billigen weitere Hilfsmilliarden für Griechenland

Die Euro-Finanzminister haben weiteren Hilfsmilliarden für das hoch verschuldete Griechenland zugestimmt, falls die noch offenen Reformmaßnahmen umgesetzt werden.
Euro-Finanzminister billigen weitere Hilfsmilliarden für Griechenland

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.