Angeklagt

Mutmaßlicher Islamist wirft Molotowcocktails auf Passanten

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Die JVA in Celle.

Celle - Ein mutmaßlicher Islamist hat im vergangenen Jahr im Februar zwei brennende Molotowcocktails auf Menschen geworfen. Dass keiner ernsthaft zu Schaden kam, lag an dem 18-jährigen Werfer.

Wegen eines versuchten Brandanschlags auf Fußgänger vor einem Einkaufszentrum hat die Generalstaatsanwaltschaft im niedersächsischen Celle einen 18-jährigen mutmaßlichen Islamisten angeklagt. Der Jugendliche sei hinreichend verdächtig, Anfang Februar vorigen Jahres zwei brennende Molotowcocktails vom Vordach der Ernst-August-Galerie in Hannover geworfen zu haben, teilte die Ermittlungs- und Anklagebehörde am Donnerstag mit.

Dabei kam demnach niemand zu Schaden, weil der Beschuldigte seine beiden Brandsätze mit ungeeignetem Kraftstoff befüllt hatte, der nicht zündete. Sie streiften zwei Menschen, ohne sie zu verletzen. Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten mehrfachen Mord.

Staatsanwalt: Angeklagter hat „radikalislamistische Glaubensrichtung“

Der junge Mann hänge einer "radikalislamistischen Glaubensrichtung" an und sympathisiere mit terroristischen Vereinigungen wie der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), erklärte die Generalstaatsanwaltschaft. Er habe vorgehabt, mit seiner Tat möglichst viele "Ungläubige" zu töten sowie "Angst und Schrecken in der Bevölkerung zu verbreiten".

Der Beschuldigte befindet sich seit Dezember aufgrund einer richterlichen Anordnung in einer psychiatrischen Einrichtung. Die Anklage erfolgt wegen des Alters des deutschen Staatsangehörigen nach dem Jugendrecht, zuständig für die Bearbeitung des Falls ist eine Jugendkammer des Landgerichts Hannover. Die Richter dort müssen nun zunächst entscheiden, ob ein Verfahren eröffnet wird.

Es soll Bruder von Messerangreiferin Safia S. sein

Unbestätigten Medienberichten zufolge soll es sich bei dem Beschuldigten um einen Bruder der Ende Januar dieses Jahres wegen eines islamistisch motivierten Messerangriffs auf einen Bundespolizisten verurteilten Safia S. handeln. Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte dies am Donnerstag weiterhin nicht. Weitere Auskünfte zum Angeklagten würden aus Gründen des Jugendschutzes nicht gegeben, sagte ein Sprecher auf Nachfrage.

Safia S. hatte den Beamten Ende Februar vorigen Jahres im Hauptbahnhof von Hannover attackiert und lebensgefährlich verletzt. Das Oberlandesgericht Celle verurteilte sie dafür Ende Januar zu sechs Jahren Jugendhaft unter anderem wegen versuchten Mordes. Den Richtern zufolge wollte sie mit ihrer Tat den IS unterstützen.

AFP

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