Mutmaßlicher Extremist festgenommen

Islamistischer Anschlag in Frankreich vereitelt?

Paris - Kurz vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich haben die Behörden in der Nähe einer Militärbasis einen einen bekannten Gefährder des IS festgenommen.

Die Polizei habe den Mann in der Nacht zum Freitag in der Umgebung eines Luftwaffenstützpunkts in der nördlichen Stadt Evreux in Gewahrsam genommen, hieß es von Seiten der Ermittler. Dort hatte er sein Auto geparkt. Was er dort wollte, wurde zunächst nicht bekannt. 

In dem Wagen des früheren Soldaten lag ein Koran. In einem Gestrüpp in der Nähe des Militärgeländes seien später eine Pumpgun, zwei Revolver sowie Munition gefunden worden. Die Behörden vermuten, er könnte einen Anschlag geplant haben. Ob dieser unmittelbar bevorstand oder noch in Planung war, ist unbekannt.

Der 34-Jährige galt als sogenannter Gefährder und wurde wegen seiner Radikalisierung überwacht. Bei ihm fanden die Ermittler ein Bekenntnis zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sowie zwei IS-Flaggen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines "terroristischen Vorhabens". Der Mann gilt den Ermittlern zufolge als "psychisch sehr instabil".

In Frankreich gelten wegen der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag hohe Sicherheitsvorkehrungen. Mit dem Fall befasst sich die für den Anti-Terrorkampf zuständige Staatsanwaltschaft in Paris. Der Festgenommene war den Behörden als radikalisiert bekannt. Laut den Ermittlern ist noch unklar, warum er sich in der Nähe der Militärbasis aufhielt und dort auch sein Auto parkte.

Drei Tage vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 23. April hatte ein Angreifer auf dem Pariser Boulevard Champs-Elysées einen Polizisten getötet. Den Anschlag beanspruchte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat für sich. Sie ist für die meisten Attentate in Frankreich seit Anfang 2015 verantwortlich, bei denen insgesamt 239 Menschen getötet wurden. In Frankreich gilt weiter der Ausnahmezustand.

dpa/afp

Rubriklistenbild: © AFP (Symbolbild)

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