Nach tödlichem Angriff in Kansas

Indien fordert Reaktion der US-Regierung

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Ein Bild der verletzten Inders in Kansas.

Hyderabad - Es soll etwas passieren: Ein Mann hatte vergangene Woche in einer Bar im US-Bundesstaat Kansas auf zwei Inder geschossen. Jetzt fordert Indien eine Reaktion von Donald Trump.

Nach dem mutmaßlich rassistisch motivierten Angriff auf zwei Inder in den USA, bei dem eines der Opfer getötet wurde, hat Indien ein "scharfes Vorgehen" der US-Regierung gefordert. "Die USA sollten auf diesen Vorfall reagieren. Der US-Präsident und das amerikanische Volk sollten sich offen äußern und solche Taten verurteilen", sagte der indische Informationsminister M. Venkaiah Naidu am Sonntag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Press Trust of India.

"Diese Art von Vorfällen, denen eine rassistische Diskriminierung zugrunde liegt, sind beschämend", sagte Naidu in der südindischen Stadt Hyderabad, wo die Familien der Opfer leben. Der Minister warnte, dass derartige Vorfälle "das Image der USA beschädigen werden". Umso wichtiger sei es, dass die US-Regierung und die Zivilgesellschaft solche Angriffe verurteilten.

In indischen Medien nahm der Fall großen Raum ein. Es gab Mutmaßungen, dass derartige Angriffe durch die harte Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump ausgelöst worden sein könnten.

Beide Inder lebten seit mehr als zehn Jahren in den USA

Bei dem Vorfall in Olathe im US-Bundesstaat Kansas am Mittwoch hatte vermutlich ein 51-Jähriger örtlichen Medienberichten zufolge in einer Bar auf die beiden Inder geschossen und dabei "Raus aus meinem Land!" gerufen. Er wurde demnach anschließend in einem Restaurant gefasst, nachdem er erzählt hatte, "zwei Männer aus dem Nahen Osten" getötet zu haben.

Einer der beiden Inder wurde getötet, der andere verletzt. Ein weiterer Gast in der Bar, der versuchte zu helfen, wurde ebenfalls verletzt. Die beiden Inder lebten laut indischen Zeitungsberichten seit mehr als zehn Jahren in den USA und arbeiteten als Ingenieure für einen Hersteller von Navigationssystemen.

Die indische Gemeinde in den USA zeigte sich schockiert von dem Vorfall. "Es gibt keinen Platz für sinnlose Gewalt und Fanatismus in unserer Gesellschaft", schrieb Microsoft-Chef Satya Nadella im Kurzbotschaftendienst Twitter. Nadella ist einer der bekanntesten US-Bürger, der indische Wurzeln hat. Bei einer Spendenaktion im Internet wurden bis Sonntag mehr als 600.000 Dollar (568.000 Euro) für die Familie des getöteten Inders gesammelt.

afp

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