„Realistischerer Blick“

Nach EU-Treffen: Trump will Bündnis gegen Iran schmieden

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Donald Trump.

Die EU will am Iran-Abkommen festhalten - Donald Trump plant etwas anderes: Ein internationales Bündnis mit „realistischerem Blick“ auf die Regierung in Teheran.

Washington - Die USA wollen gemeinsam mit anderen Staaten ein Bündnis gegen die iranische Regierung schmieden. Ziel sei es, "viele Länder aus der ganzen Welt zusammenzubringen, um mit einem realistischeren Blick auf das iranische Regime zu schauen", sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, am Donnerstag in Washington. Dabei sollten die "destabilisierenden Aktivitäten" Teherans in den Blick genommen werden, "die nicht nur eine Bedrohung für die Region, sondern für die weitere Welt" seien.

Vergleich mit Bündnis gegen den IS

Es gehe nicht um eine "Anti-Iran"-Koalition, sagte Nauert. Die USA stünden hinter dem iranischen Volk, nicht jedoch hinter dessen Regierung. Nauert sagte, Washington arbeite intensiv daran, eine Koalition zu bilden. Die genauen Pläne soll US-Außenminister Mike Pompeo am Montag vorstellen. Es wird seine erste große Rede seit seinem Amtsantritt im April.

Nauert verglich das geplante Bündnis mit der US-geführten Koalition gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak, der inzwischen 75 Staaten oder Institutionen angehören. Nur ein kleiner Teil der Mitglieder hat sich militärisch am Kampf gegen den IS beteiligt. Ob die Iran-Koalition ebenfalls eine militärische Komponente beinhalten soll, sagte die Sprecherin nicht.

EU und Trump auf entgegengesetztem Kurs

US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche den Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran verkündet. Die nach jahrelangen Verhandlungen erzielte Vereinbarung von 2015 soll den Iran über internationale Kontrollen am Bau von Atomwaffen hindern. Im Gegenzug wurden die Wirtschaftssanktionen gelockert. Trump fordert ein neues, umfassenderes Abkommen mit Teheran.

Die EU-Staats- und Regierungschefs bekräftigten am Donnerstag, an dem bestehenden Abkommen festhalten zu wollen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron setzt sich für ein ergänzendes Abkommen ein.

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AFP

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