Aufschrei im Netz

Empörendes Posting von Münchner Tierschützern zu Berlin-Anschlag

München - Dass einer Tierschutzorganisation die Vierbeiner besonders am Herzen liegen, ist ja nicht verwerflich. Aber die Opfer des Todes-Lkw mit Gänsen gleichzusetzen, geht klar zu weit.

Sie bezeichnen sich auf Facebook selbst als „das Viagra einer erschlafften Tierrechtsbewegung“ - die Aktivisten von Animal Peace aus München. 

Doch ihr Facebook-Post nach dem mutmaßlichen Anschlag von Berlin, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen und 48 verletzt wurden, sprengt jeden Rahmen. Schon kurz nachdem der Bus durch den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gerauscht war, teilte die Tierschutzorganisation einen Artikel des Magazins „Spiegel“ auf ihrer Seite. So weit natürlich nichts Verwerfliches. Doch was sie dazuschrieben, entbehrt jeglicher Empathie für die Hinterbliebenen. Sie verkünden dort: „Gänse? Sechs Millionen Terroropfer jährlich in Deutschland. Für Gänse ist jeden Tag Weihnachtsmarkt. Vergesst das nie!“

Für ihren geschmacklosen Post bekamen die Tierschützer aber postwendend die Rechnung, in Form von teils hasserfüllten Kommentaren: 

„Ich kann nicht in Worte fassen, wie abartig ich das finde, ohne mich automatisch strafbar zu machen.“

„Die Opfer so zu verhöhnen, ist eine Frechheit sondergleichen!!!“

„Animal Peace, ihr seid Idioten sonst nichts. Wie ätzend und peinlich ist das denn?“

Aber statt sich die harschen Einwände der Netzgemeinde zu Herzen zu nehmen, legt Animal Peace lieber noch einen nach und postete einen Tag später: „Kein Zweifel mehr an Anschlag“, mit einem Artikel zum Gänseverzehr der Deutschen.

Das Sozialverhalten von Animal Peace nur als „geschmacklos“ zu bezeichnen, würde der Sache nicht gerecht.

Patrick Steinke

Rubriklistenbild: © Facebook

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