Friedensnobelpreisträger und Dissident

Nach Tod von Liu Xiabo: So rigide zensiert China die Trauer im Netz

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Das Foto zeigt das Handy einer Chinesin, die versucht hatte, eine Kerze als Emoticon zu senden, aus Trauer um den verstorbenen Friedensnobelpreistäger Liu Xiabo.

Nicht nur von chinesischen Staatsmedien wird der Tod des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo ignoriert. Auch in den sozialen Netzwerken soll von Trauer keine Spur zu sehen sein.

Nicht nur Würdigungen des am Donnerstag verstorbenen Dissidenten in sozialen Online-Netzwerken wurden gelöscht, sogar einfache Bildsymbole wie eine Kerze wurden zensiert.

Die chinesische Suchmaschine Baidu zeigte am Freitag keine Suchergebnisse zu Lius Tod an, der Kurzmitteillungsdienst Weibo blockierte die Verwendung von Lius Namen und sogar die seiner Initialen LXB. Auch Andeutungen auf Lius Tod wie die Abkürzung "RIP" für "Ruhe in Frieden" wurden in chinesischen Online-Netzwerken blockiert.

Kerzen-Symbol wurde als Emoticon gelöscht

Trauernde Nutzer verfielen daher darauf, ein Kerzen-Symbol zu posten. Dieses wurden bei Weibo aber ebenfalls gelöscht. Später wurde das Kerzen-Symbol bei der Verwendung von Computern gar nicht mehr als Emoticon angeboten. In der Smartphone-App von Weibo gab es das Kerzenbild noch, Versuche, es zu veröffentlichen, zogen aber die Warnung "Inhalt ist illegal" nach sich. Auch das chinesische Wort für Kerze wurde blockiert.

Der Schriftsteller und Aktivist Liu war 2010 wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Am Donnerstag starb er im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer Leberkrebserkrankung, wegen der er vor einigen Wochen aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus verlegt worden war. Sein Tod löste international Bestürzung aus. China wehrt sich gegen Kritik und bezeichnet sie als unangemessene „Einmischung“.

afp

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