Bilaterale Beziehungen

Nach zehn Jahren - Schwedens Außenministerin in Israel

Schwedens Außenministerin Linde in Israel
+
Ann Linde (r), Außenministerin von Schweden, besucht die Halle der Namen in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Schweden hatte als erstes westeuropäisches Land offiziell einen Staat Palästina anerkannt. Darauf folgte eine jahrelange diplomatische Eiszeit mit Israel. Nun sollen die Beziehungen wiederbelebt werden.

Jerusalem - Nach jahrelanger diplomatischer Eiszeit zwischen den Ländern ist Schwedens Außenministerin Ann Linde zu einem Besuch in Israel eingetroffen.

Die Chefdiplomatin des skandinavischen EU-Landes besuchte zunächst die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, nachdem sie am Vorabend in Israel angekommen war.

„Ein sehr schmerzhafter, aber wichtiger Besuch“, schrieb Linde über ihre Zeit in der Gedenkstätte auf Twitter. Schweden werde weiter Schritte im Kampf gegen alle Formen von Antisemitismus ergreifen und sicherstellen, dass der Holocaust niemals in Vergessenheit gerate.

Ihre Reise hatte Linde zuvor als „Neubeginn in der Beziehung“ zwischen Israel und Schweden bezeichnet. Es handele sich um den ersten Israel-Besuch einer schwedischen Außenministerin oder eines schwedischen Außenministers seit zehn Jahren. Am Dienstag wollte sie dann unter anderen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Westjordanland treffen.

Israels Präsident Izchak Herzog schrieb nach einem Treffen mit Linde auf Twitter, Israel und Schweden würden in ihren Beziehungen „ein neues Kapitel aufschlagen“. Er freue sich, dabei zu helfen, hochrangige Kontakte zwischen beiden Staaten wiederzubeleben. Laut einer Stellungnahme betonte er „die Notwendigkeit für eine internationale Einigkeit im Kampf gegen Antisemitismus in allen Formen, wo immer er auftritt“.

Als erstes westeuropäisches Land hatte Schweden 2014 offiziell einen Staat Palästina anerkannt - wie zuvor bereits mehr als 130 Länder weltweit. Schwedens damalige Außenministerin Margot Wallström hatte gesagt, mit dieser Entscheidung wolle man den Friedensprozess unterstützen. Israels Regierung hatte aus Protest dagegen damals ihren Botschafter aus Stockholm zurückbeordert. Ein Telefonat zwischen Linde und Lapid vor gut einem Monat hatte eine Wiederbelebung der schwedisch-israelischen Beziehungen dargestellt.

Israel hatte 1967 während des Sechstagekriegs unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Vereinten Nationen stufen die Gebiete als besetzt ein. Aus dem damals ebenfalls eroberten Gazastreifen ist Israel abgezogen; es blockiert das Gebiet jedoch. Die Palästinenser wollen die Gebiete für einen unabhängigen Staat Palästina mit der Hauptstadt Ost-Jerusalem. Die Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern liegen seit 2014 brach. dpa

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Corona-Gipfel: Umsetzung von neuer Regel könnte „einige Wochen“ dauern
Politik

Corona-Gipfel: Umsetzung von neuer Regel könnte „einige Wochen“ dauern

Auf dem Corona-Gipfel am Montag wurden neue Maßnahmen beschlossen. Erste Kritik daran wird laut – die Nachrichtenlage im News-Ticker.
Corona-Gipfel: Umsetzung von neuer Regel könnte „einige Wochen“ dauern
Nur wenige Stunden nach Amoklauf in Heidelberg -  Universität Kassel nach Bombendrohung geräumt
Politik

Nur wenige Stunden nach Amoklauf in Heidelberg - Universität Kassel nach Bombendrohung geräumt

Aufgrund einer Bombendrohung musste die Universität Kassel geräumt werden. Offensichtlich hatten Gegner der Corona-Maßnahmen die Mail verfasst.
Nur wenige Stunden nach Amoklauf in Heidelberg - Universität Kassel nach Bombendrohung geräumt
Trumps Social-Media-Plattform nutzt künstliche Intelligenz zur Kontrolle
Politik

Trumps Social-Media-Plattform nutzt künstliche Intelligenz zur Kontrolle

Mit dem sozialen Netzwerk „Truth Social“ plant Donald Trump eine „familienfreundliche“ Alternative zu den großen Plattformen.
Trumps Social-Media-Plattform nutzt künstliche Intelligenz zur Kontrolle
Türkei wegen Inhaftierung von Journalist Yücel verurteilt
Politik

Türkei wegen Inhaftierung von Journalist Yücel verurteilt

367 Tage war Deniz Yücel ohna Anklageschrift in der Türkei im Gefängnis. Der „Welt“-Korrespondent klagte mit Erfolg dagegen vor dem Europäischen Gerichtshof für …
Türkei wegen Inhaftierung von Journalist Yücel verurteilt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.