Turbulenzen am Rande der Sondierungen

Nächster Nackenschlag für Schulz? SPD-Politiker für Gabriel als Außenminister

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Könnten Sie in einen Machtkampf ums Auswärtige Amt geraten? Sigmar Gabriel (li.) und Martin Schulz im Bundestag

Die SPD sucht ihre Identität - und das passende Personal. Martin Schulz werden Ambitionen auf das Amt des Außenministers nachgesagt. In der Partei gibt es offenbar andere Präferenzen.

Berlin - Mehrere Sozialdemokraten haben sich für eine weitere Amtszeit von Sigmar Gabriel als Außenminister ausgesprochen. Drei prominente SPD-Mitglieder, die nicht dem Bundestag angehören, sagten der Welt am Sonntag, Gabriel habe an der Spitze des Auswärtigen Amtes seine ideale Rolle gefunden. Dies lasse sich auch an seiner gestiegenen Popularität ablesen.

Der ehemalige Entwicklungsminister Erhard Eppler sagte der Zeitung: „Ich sehe niemanden, der das Amt des Außenministers besser bekleiden kann als Sigmar Gabriel.“ Der Präsident des Wirtschaftsforums der SPD, Michael Frenzel, erklärte: Es wäre sehr, sehr schade, müssten wir auf Gabriel als Außenminister verzichten.“ Der frühere Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD) sagte, die SPD wäre schlecht beraten, auf Gabriel als Außenminister zu verzichten.

Gabriel gilt als „konfrontativer“

Union und SPD hatten sich im November 2016 auf Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) als gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten geeinigt. Nachdem zunächst der damalige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz als Favorit für die Nachfolge im Auswärtigen Amt gegolten hatte, wurde dann doch überraschend Gabriel Außenminister.

Gabriels Stil ist politischer und konfrontativer als der seines Vorgängers Steinmeier, was den Diplomaten gelegentlich Schweißperlen auf die Stirn treibt. 2017 lud ihn der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu aus, weil Gabriel einen Termin mit Friedensaktivisten nicht absagen wollte. Saudi-Arabien rief seinen Botschafter aus Berlin zurück, nachdem Gabriel in Richtung Riad gesagt hatte, Europa dürfe nicht länger sprachlos das „Abenteurertum“ hinnehmen, das sich am Golf breitgemacht habe.

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dpa

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