SPD-Fraktionschefin

Nahles wütend: Merkel verhinderte Reise zu EU-Sozialgipfel

+
Nahles wirft der Kanzlerin vor, Deutschlands Ansehen in Europa beschädigt zu haben. Foto: Bernd von Jutrczenka

Deutschlands Ansehen in Europa beschädigen - das wirft SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles der Bundeskanzlerin vor. Angela Merkel habe verhindert, dass die Bundesregierung beim EU-Sozialgipfel in Göteborg vertreten war.

Berlin (dpa) - Gerade hat Angela Merkel alle Hände voll zu tun, mit FDP und Grünen eine mögliche Jamaika-Koalition zu schmieden, da bekommt sie Ärger mit Noch-Partner SPD in der geschäftsführenden Bundesregierung.

SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles wirft der Kanzlerin vor, Deutschlands Ansehen in Europa beschädigt zu haben - weil sie verhindert habe, dass Arbeits- und Familienministerin Katarina Barley (SPD) als ihre Vertretung zum EU-Sozialgipfel ins schwedische Göteborg fährt.

"Die Bundeskanzlerin zeigt schon vor Abschluss der Sondierungsgespräche das neue deutsche Jamaika-Gesicht: Die europäischen Staatschefs erklären in Göteborg feierlich, sozialer zu werden durch faire Löhne und Renten, gute Versorgung bei Gesundheit und Pflege - und Deutschland ist nicht dabei", sagte Nahles der Deutschen Presse-Agentur. "Merkel hat verhindert, dass unser Land in Göteborg vertreten ist. Die zuständige Ministerin Katarina Barley wäre bereit gewesen, an Merkels Stelle zur Unterzeichnung der Erklärung zu fahren. Doch Frau Merkel wollte das ausdrücklich nicht."

Merkel selbst hatte schon vor Wochen erklärt, dass sie wegen der Jamaika-Gespräche nicht nach Göteborg fahren werde. Andere Staats- und Regierungschefs waren in Schweden, darunter Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Dort bekannten sich die 28 EU-Staaten am Freitag zu gemeinsamen sozialen Standards, darunter faire Löhne, Hilfe bei Arbeitslosigkeit und angemessene Renten. 

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Visegrad-Staaten erteilen dem Asyl-Sondergipfel eine Abfuhr

Die mitteleuropäische Staatengruppe hält an ihren umstrittenen Positionen zur Migrations- und Asylfrage fest. Der Asyl-Sondergipfel in Brüssel interessiert sie nicht. …
Visegrad-Staaten erteilen dem Asyl-Sondergipfel eine Abfuhr

Telekom Tochter will in Deutschland 6000 Stellen streichen

Die Telekom-Tochter T-Systems, die sich um Großkunden kümmert, will bis 2021 rund 6000 Arbeitsplätze in Deutschland streichen.
Telekom Tochter will in Deutschland 6000 Stellen streichen

Miserables Zeugnis für die große Koalition nach 100 Tagen

Die ersten 100 Tage sind eine Art Schonfrist für eine neue Regierung. Aber auch ein Anlass, um schon mal eine erste Bilanz zu ziehen. Die fällt eindeutig aus.
Miserables Zeugnis für die große Koalition nach 100 Tagen

Türkei verweigert deutschem Wahlbeobachter die Einreise

Der Linken-Abgeordnete Hunko war schon beim Referendum in der Türkei Wahlbeobachter. Anschließend geriet er in die Kritik der Regierung. Nun wollte er für die OSZE …
Türkei verweigert deutschem Wahlbeobachter die Einreise

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.