12 Milliarden Dollar mehr

Nato-Partner der USA erhöhen Verteidigungsausgaben

+
Neue deutsche Fregatten-Klasse: Die "Baden-Württemberg" im Marinestützpunkt in Wilhelmshaven. Foto: Carmen Jaspersen

US-Präsident Donald Trump fordert von Nato-Partnern wie Deutschland eine drastische Erhöhung der Verteidigungsausgaben. Jetzt gibt es neue Zahlen, die auf den ersten Blick gut aussehen.

Brüssel (dpa) - Die Nato rechnet mit deutlich steigenden Verteidigungsausgaben in Europa und Kanada. Nach jüngsten Schätzungen aus der Bündniszentrale werden die europäischen Alliierten und der Nachbar der USA 2017 rund 12 Milliarden US-Dollar (10,6 Mrd Euro) mehr für ihr Militär ausgeben als im Vorjahr.

Dies entspricht einem Plus von 4,3 Prozent. Es sei das dritte Jahr in Folge mit Fortschritten bei den Verteidigungsausgaben, kommentierte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Insgesamt seien aus Europa und Kanada seit der Trendwende rund 46 Milliarden US-Dollar zusätzliche Ausgaben gemeldet worden.

Über die Verteidigungsausgaben gibt es unter den Nato-Partnern seit Monaten offenen Streit. US-Präsident Donald Trump fordert, dass alle Bündnispartner spätestens von 2024 an jährlich mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Verteidigung ausgeben sollen. In der Bundesregierung wird das sogenannte Zwei-Prozent-Ziel der Nato allerdings anders interpretiert. Dort heißt es, es gehe lediglich darum, sich in Richtung der zwei Prozent zu entwickeln.

Stoltenberg räumte ein, dass trotz der steigenden Verteidigungsausgaben in diesem Jahr nur sechs Nato-Staaten mindestens zwei Prozent des BIP für Verteidigung ausgeben werden. Neben den USA werden das voraussichtlich Griechenland, Estland, Großbritannien, Polen und erstmals Rumänien sein. Deutschland wird 2017 nach Nato-Berechnungen vermutlich nur auf 1,22 Prozent kommen, nach 1,20 Prozent im Jahr 2016. Der Anstieg fällt vergleichsweise klein aus, weil auch die Bezugsgröße BIP steigt.

Detaillierte Zahlen zu den Verteidigungsausgaben in den einzelnen Bündnisstaaten sollen an diesem Donnerstag zunächst bei einem Nato-Verteidigungsministertreffen in Brüssel präsentiert werden.

Jahresbericht 2016 von Stoltenberg

Gipfelerklärung von Wales

Zahlen zu Verteidigungsausgaben

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Kim bezeichnet Trump als „dementen US-Greis“ - der kontert auf Twitter

Der Krieg der Worte eskaliert weiter. Kim Jong Un bezeichnet Trump nun als dementen Greis, den er mit Feuer bändigen wolle. Der US-Präsident schlägt auf Twitter umgehend …
Kim bezeichnet Trump als „dementen US-Greis“ - der kontert auf Twitter

Facebook legt US-Kongress mutmaßlich russische Werbung vor

Facebook kooperiert unter zunehmendem öffentlichen Druck stärker mit den US-Ermittlern zum möglichen russischen Einfluss auf die amerikanische Präsidentenwahl. …
Facebook legt US-Kongress mutmaßlich russische Werbung vor

AfD darf angebliches Grünen-Zitat nicht mehr verwenden

Dämpfer für die AfD: Sie darf ein angebliches Zitat der Grünen-Spitzenkandidatin Göring-Eckardt zum Thema Flüchtlinge und sexuelle Übergriffe nicht mehr verbreiten.
AfD darf angebliches Grünen-Zitat nicht mehr verwenden

Facebook-Anzeigen für Trump? Kreml „weiß nicht, wie man sowas bucht“

Hat der Kreml im US-Wahlkampf Anzeigen auf Facebook schalten lassen? „Nein“, sagt Moskau. Und nennt eine verblüffende Begründung.
Facebook-Anzeigen für Trump? Kreml „weiß nicht, wie man sowas bucht“

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.