Ukraine-Konflikt im Fokus

Nato-Russland-Rat endet ohne greifbare Ergebnisse

Der Nato-Russland-Rat gilt als das wichtigste Forum für Gespräche zwischen dem westlichen Militärbündnis und Russland. Foto: Daniel Naupold
1 von 6
Der Nato-Russland-Rat gilt als das wichtigste Forum für Gespräche zwischen dem westlichen Militärbündnis und Russland. Foto: Daniel Naupold
Der Ukraine-Konflikt stand bei den Beratungen des Nato-Russland-Rats im Mittelpunkt. Foto: Alexander Ermochenko
2 von 6
Der Ukraine-Konflikt stand bei den Beratungen des Nato-Russland-Rats im Mittelpunkt. Foto: Alexander Ermochenko
Luftkissenboote der US-Marine beim "Baltops"-Manöver: Vor allem Litauen, Lettland, Estland und Polen fühlen sich bedroht, seit sich Russland die Krim einverleibt hat. Foto: Kay Nietfeld/Archiv
3 von 6
Luftkissenboote der US-Marine beim "Baltops"-Manöver: Vor allem Litauen, Lettland, Estland und Polen fühlen sich bedroht, seit sich Russland die Krim einverleibt hat. Foto: Kay Nietfeld/Archiv
Feuergefechte: Bei Avdeevka in der Ostukraine feuert ein ukrainischer Soldat mit einem Granatwerfer auf Stellungen pro-russischer Rebellen. Foto: Anatolii Stepanov
4 von 6
Feuergefechte: Bei Avdeevka in der Ostukraine feuert ein ukrainischer Soldat mit einem Granatwerfer auf Stellungen pro-russischer Rebellen. Foto: Anatolii Stepanov
Polnischer Panzer beim Nato-Manöver "Baltops": Moskau kritisiert die Aufrüstungsbeschlüsse des Militärbündnisses im östlichen Nato-Gebiet. Foto: Kay Nietfeld/Archiv
5 von 6
Polnischer Panzer beim Nato-Manöver "Baltops": Moskau kritisiert die Aufrüstungsbeschlüsse des Militärbündnisses im östlichen Nato-Gebiet. Foto: Kay Nietfeld/Archiv
Die Ukraine-Krise war ein Weckruf für die Nato. Wichtigste Konsequenz: Die Einsetzung einer besonders schnellen Krisenreaktionstruppe. Foto: Maurizio Gambarini/Illustration
6 von 6
Die Ukraine-Krise war ein Weckruf für die Nato. Wichtigste Konsequenz: Die Einsetzung einer besonders schnellen Krisenreaktionstruppe. Foto: Maurizio Gambarini/Illustration

Kurz vor Weihnachten versuchen es die Nato und Russland noch einmal mit Dialog. Nach einem konfliktreichen Jahr mit zahllosen gegenseitigen Vorwürfen wird dreieinhalb Stunden lang diskutiert. Zumindest die Alliierten zeigen sich im Anschluss nicht unzufrieden.

Brüssel (dpa) - Das erste Treffen von Vertretern der Nato und Russlands seit mehr als fünf Monaten hat keine greifbaren Ergebnisse gebracht.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg beschrieb die Diskussion zwar als offen und umfassend. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass sich beide Seiten in zentralen Fragen weiter nicht einig seien.

"Die Alliierten und Russland vertreten unterschiedliche Ansichten", sagte Stoltenberg nach dem dreieinhalbstündigen Treffen auf Botschafterebene.

Thema bei den Gesprächen in der Brüsseler Nato-Zentrale waren vor allem der Ukrainekonflikt sowie Initiativen für mehr Transparenz und Risikoreduzierung bei Militärmanövern. Stoltenberg begrüßte den Plan Finnlands, im ersten Quartal des kommenden Jahres ein Expertentreffen zum Thema Flugsicherheit über der Ostsee zu organisieren. Dort hatte hat es in der Vergangenheit mehrere Vorfälle gegeben, in denen sich Kampfjets beider Seiten gefährlich nahe kamen.

Die Nato und Russland werfen sich seit längerem gegenseitig vor, bei Manövern zum Teil nicht über Funk erreichbar zu sein und ihre Transponder abzuschalten. Diese Geräte übermitteln als automatische Signalgeber wichtige Angaben zu einem Flugzeug, wie etwa die Kennung oder den Typ.

Moskau kritisierte im Nato-Russland-Rat erneut die Aufrüstungsbeschlüsse des Militärbündnisses, die eine Verlegung mehrerer Tausend Soldaten in das östliche Nato-Gebiet vorsehen. Die Nato wies dies zurück und erklärte die Maßnahmen als angemessene Reaktion auf die Ukrainekrise und die Angst östlicher Mitgliedsländer vor einem russischen Angriff.

Vor allem Litauen, Lettland, Estland und Polen fühlen sich bedroht, seit sich Russland 2014 die ukrainische Halbinsel Krim einverleibt hat und damit begann, prorussische Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen.

Aus Nato-Kreisen hieß es, die Atmosphäre bei dem Treffen sei "professionell und gut" gewesen und beide Seiten hätten sich am Ende ein gutes neues Jahr gewünscht. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es schon bald ein weiteres Treffen geben könne. "Wenn wir nicht miteinander reden, können wir weder unsere Streitigkeiten beilegen noch das gegenseitige Verständnis verbessern", kommentierte Stoltenberg.

Der Nato-Russland-Rat gilt als das wichtigste Forum für Gespräche zwischen dem westlichen Militärbündnis und Russland. Er wurde 2002 gegründet, um Russland eng in die Arbeit der transatlantischen Militärallianz einzubinden und Vertrauen zwischen den einstigen Gegnern zu bilden. Wegen des Ukrainekonflikts lag der Dialog im Rat allerdings zwischen Juni 2014 und April 2016 komplett auf Eis. Danach hatte es bis Montag zwei gegeben.

Nato-Website

Website zum Nato-Russland-Rat

Statement von Stoltenberg

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Trump räumt russische Einmischung in US-Wahl ein

Nach seinen Aussagen beim Gipfel mit Kremlchef Putin schlägt US-Präsident Trump in der Heimat eine Welle der Empörung entgegen. Trump verteidigt das Treffen erst - dann …
Trump räumt russische Einmischung in US-Wahl ein

Merkels Sommerurlaub: Aktuelle Planung gibt Rätsel auf

Die Urlaubsplanung von Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt derzeit einige Rätsel auf. Reist ihr Mann Joachim Sauer etwa ohne sie nach Südtirol?
Merkels Sommerurlaub: Aktuelle Planung gibt Rätsel auf

Abschiebung von Sami A. hat parlamentarisches Nachspiel

Ging bei der Abschiebung des Islamisten Sami A. nach Tunesien alles mit rechten Dingen zu? Das will jetzt auch der Düsseldorfer Landtag klären. Grünen-Chef Habeck hat …
Abschiebung von Sami A. hat parlamentarisches Nachspiel

Trump geht nach Putin-Fiasko in die Offensive - mit Angriff auf „Ex-Superstar“ Angela Merkel

Nach Helsinki geht Donald Trump wieder in die Offensive - mit dem Thema Flüchtlingspolitik und einem seiner Lieblingsziele: Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Trump geht nach Putin-Fiasko in die Offensive - mit Angriff auf „Ex-Superstar“ Angela Merkel

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.