Militärische Hackerangriffe

Nato will Gegner künftig auch mit Cyberwaffen bekämpfen

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Jens Stoltenberg (l.) sprach mit den Verteidigungsministern der Nato-Mitgliedsstaaten.

Die Nato will bei ihren Einsätzen künftig auch Cyberwaffen einsetzen. Darauf haben sich die Verteidigungsminister der Mitglieder verständigt.

Brüssel - Nach Angaben von Generalsekretär Jens Stoltenberg einigten sich die Verteidigungsminister der Bündnisstaaten am Mittwoch auf einen Rahmen und Leitlinien für militärische Hackerangriffe. „Cyber wird künftig bei jedem potenziellen militärischen Konflikt eine Rolle spielen“, sagte er.

Mit gezielten Cyberattacken lassen sich beispielsweise Propagandaseiten des Gegners im Internet lahmlegen. Möglich wäre es aber auch, ganze Computer- oder Mobilfunknetze auszuschalten, um die Kommunikation oder die Stromversorgung von Militäranlagen zu stören.

Eigene Fähigkeiten für Cyberangriffe will die Nato vorerst nicht entwickeln. Sie sollen im Ernstfall freiwillig von Mitgliedstaaten bereitgestellt werden.

Auch Bundeswehr übt für Cyberkrieg

Als Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von Cyberwaffen nannte Stoltenberg den von den USA angeführten Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). In ihm werden regelmäßig die Kommunikations- und Computernetzwerke von IS-Kämpfern angegriffen.

Cyber-Attacken gehören auch zu den Fähigkeiten der Bundeswehr. Die Truppe übt solche Angriffe seit Jahren in einer geheim agierenden Einheit in Rheinbach bei Bonn. Die IT-Soldaten könnten etwa in einem Auslandseinsatz Kommunikationskanäle des Gegners stören. Die Einheit soll bis 2021 aufgestockt werden.

dpa

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