Trump legt nach

Neue Wortgefechte im Nordkorea-Konflikt

US-Präsident Donald Trump äußert sich in seinem Urlaubsdomizil in Bedminster, New Jersey. Foto: Evan Vucci
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US-Präsident Donald Trump äußert sich in seinem Urlaubsdomizil in Bedminster, New Jersey. Foto: Evan Vucci
Ein Passant blickt in Seoul auf einen Bildschirm, auf dem von einem Nachrichtensender Bilder Kim Jong Un und Donald Trump gezeigt werden. Foto: Ahn Young-Joon
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Ein Passant blickt in Seoul auf einen Bildschirm, auf dem von einem Nachrichtensender Bilder Kim Jong Un und Donald Trump gezeigt werden. Foto: Ahn Young-Joon
Test des Raketen-Abwehrsystems THAAD: Das System dient der Abwehr von Kurz- und Mittelstreckenraketen und zielt auf die Bedrohung durch Nordkorea. Foto: Ralph Scott/Department Of Defense
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Test des Raketen-Abwehrsystems THAAD: Das System dient der Abwehr von Kurz- und Mittelstreckenraketen und zielt auf die Bedrohung durch Nordkorea. Foto: Ralph Scott/Department Of Defense
Raketenstart in Nordkorea: Die Mittelstreckenrakete Hwasong-10 steigt auf. Foto: KCNA
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Raketenstart in Nordkorea: Die Mittelstreckenrakete Hwasong-10 steigt auf. Foto: KCNA
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un auf einer Veranstaltung des Zentralkomitees der Arbeiterpartei. Foto: Rodong Sinmun/YONHAP/RODONG SINMUN/Archiv
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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un auf einer Veranstaltung des Zentralkomitees der Arbeiterpartei. Foto: Rodong Sinmun/YONHAP/RODONG SINMUN/Archiv
Menschen jubeln in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang, während sie eine Nachrichtenübertragung verfolgen, die über einen neuen nordkoreanischen Raketentest berichtet. Foto: Jon Chol Jin
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Menschen jubeln in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang, während sie eine Nachrichtenübertragung verfolgen, die über einen neuen nordkoreanischen Raketentest berichtet. Foto: Jon Chol Jin
Gelassenheit in Seoul: Während ein Fernsehsender über einen nordkoreanischen Raketentest berichtet, studieren Pasanten in aller Ruhe ihre Smartphones. Foto: Ahn Young-Joon
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Gelassenheit in Seoul: Während ein Fernsehsender über einen nordkoreanischen Raketentest berichtet, studieren Pasanten in aller Ruhe ihre Smartphones. Foto: Ahn Young-Joon
Ballistische Raketen bei einer Militärparade in Pjöngjang. Foto: Wong Maye-E
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Ballistische Raketen bei einer Militärparade in Pjöngjang. Foto: Wong Maye-E

Mäßigung ist nicht in Sicht: Die Regierungen Nordkoreas und der USA bekämpfen sich weiterhin mit drastischen Worten. Donald Trump vertritt die Meinung, seine umstrittenen "Feuer und Wut"-Äußerungen seien vielleicht nicht genug gewesen.

Seoul/Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen im Atomkonflikt mit Nordkorea erneuert und das kommunistische Land eindringlich vor Militäroperationen gegen die USA gewarnt.

"Wenn er etwas in Guam unternimmt, dann wird es ein Ereignis sein, wie es noch niemand zuvor gesehen hat, was in Nordkorea passiert", sagte Trump an die Adresse des Machthabers in Pjöngjang, Kim Jong Un. Dieser hatte zuvor das US-Außengebiet Guam im Pazifik als mögliches Angriffsziel identifiziert, sollten die USA ihre "provokativen" Handlungen nicht einstellen.

Von seiner umstrittenen "Feuer und Wut"-Drohung an die Adresse Nordkoreas will Trump nicht abrücken - im Gegenteil. Möglicherweise sei sie sogar nicht scharf genug gewesen, sagte er in seinem Urlaubsdomizil in Bedminster (New Jersey). Es sei an der Zeit gewesen, dass jemand für die Amerikaner und die Menschen anderer Nationen aufstehe. Auf die Frage, ob er an einen sogenannten Präventivschlag denke, antwortete Trump: "Darüber reden wir nicht. Ich mache das nie."

Nordkorea sollte "sehr, sehr nervös" sein, wenn es an einen Angriff auf die USA auch nur denke, sagte Trump. Das international isolierte Land solle sich lieber zusammenreißen, andernfalls sei es in Schwierigkeiten, wie sie nur wenige Staaten erlebt hätten und von denen niemand gedacht habe, dass sie möglich seien.

Die scharfe Rhetorik Trumps ist auch in den USA umstritten. Kritiker wie der republikanische Außenpolitik-Experte John McCain sagen, es sei gefährlich, Rote Linien zu ziehen und sich damit selbst unter Zugzwang zu setzen.

Der US-Präsident verwies erneut darauf, dass das US-Atomwaffenarsenal in einem guten Zustand sei. "Es ist in Tip-Top-Verfassung", sagte er. "Niemand, das gilt auch für Nordkorea, sollte uns mit irgendetwas bedrohen." Er kündigte auch an, dass die USA ihre Raketenabwehr aufstocken würden. Er werde dafür einen signifikanten Milliardenbetrag bereitstellen, sagte Trump.

Zwar fügte er hinzu, die USA müssten Verhandlungen jederzeit erwägen. "Aber sie haben jetzt 25 Jahre lang verhandelt." Der US-Präsident zweifelte auch an, dass die jüngst einstimmig im Sicherheitsrat beschlossenen UN-Sanktionen den erwünschten Effekt haben würden. Trump sagte, er glaube, dass China in dem Konflikt deutlich mehr tun und den Druck auf Nordkorea erhöhen werde.

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, betonte, die US-Politik des wirtschaftlichen Drucks sei durchaus erfolgversprechend. Sie forderte, kein Land soll mehr Gastarbeiter aus Nordkorea aufnehmen - das von ihnen verdiente Geld fließe nicht in die Familien, sondern in Rüstungsprogramme der Regierung.

Nordkoreas Führung hatte am Donnerstag demonstrativ unbeeindruckt und mit Spott auf die jüngsten Drohungen Trumps reagiert. "Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen bar jeder Vernunft nicht möglich, nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen", hieß es in einer von den Staatsmedien verbreiteten Stellungnahme der Streitkräfte. Dann hieß es aus Pjöngjang, die USA müssten mit einer "schandvollen Niederlage" rechnen, sollten sie weiter auf ihre "extremen militärischen Abenteuer" sowie Sanktionen und Druck bestehen.

Nordkorea hatte trotz Verboten des UN-Sicherheitsrats und Warnungen aus dem Ausland am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10 000 Kilometern. Nordkoreas Staatschef Kim sagte nach dem Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Als Reaktion auf den Raketentest verhängte der UN-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen warf Nordkorea völkerrechtswidriges Verhalten vor und zeigte Verständnis für Trump. Internationale Kommentatoren sehen eher taktische Manöver hinter den verbalen Attacken. An den Börsen sorgte die Krise weiter für Unsicherheit. Der deutsche Leitindex Dax gab deutlich nach, der US-Index Dow Jones begab sich noch rasanter auf Talfahrt.

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