Viele Tote

Autobombenanschläge erschüttern Bagdad

Ausgebrannte Autos stehen nach einem Bombenanschlag im Zentrum Bagdads. Foto: Karim Kadim
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Ausgebrannte Autos stehen nach einem Bombenanschlag im Zentrum Bagdads. Foto: Karim Kadim

Vor drei Tagen hat der Ramadan begonnen. Schon in den vergangenen Jahren nutzte der IS den islamischen Fastenmonat für zahlreiche Anschläge. Diesmal trifft es in Bagdad eine beliebte Eisdiele.

Bagdad (dpa) - Wenige Tage nach Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan haben zwei Autobombenanschläge mit vielen Toten die irakische Hauptstadt Bagdad erschüttert.

Innerhalb von wenigen Stunden rissen Selbstmordattentäter im Zentrum der Stadt mindestens 28 Menschen mit in den Tod, darunter auch Kinder, wie die Sicherheitskräfte meldeten. Mehr als 60 Menschen seien verletzt worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu den Attentaten.

Die sunnitischen Extremisten waren schon in der Vergangenheit für zahlreiche Anschläge im Irak verantwortlich, die sich meistens gegen Schiiten richten. Damit will der IS die Spannungen zwischen den beiden großen Konfessionen in dem instabilen Land weiter schüren.

Die Anschläge sind auch eine Reaktion auf den militärischen Druck, unter dem der IS in seiner bisherigen nordirakischen Hochburg Mossul steht. Seit dem Beginn einer Offensive irakischer Regierungskräfte im vergangenen Oktober hat die Terrormiliz dort mehr als 90 Prozent des Stadtgebiets verloren. Eine endgültige Niederlage des IS in seiner letzten irakischen Bastion dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein.

Die erste Bombe explodierte kurz nach Mitternacht (Ortszeit/23.00 MEZ) im Stadtteil Karrada und riss 13 Menschen mit in den Tod, darunter vier Kinder, wie die Sicherheitskräfte und Augenzeugen berichteten. Der Sprengsatz detonierte demnach nahe einer beliebten Eisdiele in einem Viertel mit vielen Geschäften und Restaurants.

Bilder zeigten zerfetztes Mobiliar sowie eine mit Trümmern übersäte Straße. "Die Menschen genossen gerade die Zeit nach dem Fastenbrechen am Abend", berichtete ein Augenzeuge der Deutschen Presse-Agentur. Nach der Explosion hätten überall Leichen auf der Straße gelegen. "Einige Menschen standen in Flammen, niemand konnte etwas machen."

Mit einer zweiten Autobombe tötete ein Attentäter am Dienstagmorgen ebenfalls im Zentrum Bagdads den Sicherheitskräften 15 Menschen und sich selbst. Mehr als 30 Menschen seien verletzt worden. Bilder zeigten eine dicke schwarze Rauchsäule über dem Anschlagsort.

Der IS hatten den Ramadan in den vergangenen Jahren immer wieder für zahlreiche Anschläge genutzt. Vor einem Jahr riss ein Attentäter mit einer Autobombe ebenfalls in Karrada rund 300 Menschen mit in den Tod. Es war einer der blutigsten Anschläge im Irak seit Jahren.

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