Berliner Landesvorsitzender will antreten

Neuer Kandidat für den Posten als AfD-Chef

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Georg Pazderski beim Landesparteitag der AfD Berlin Anfang November

Ein Platz ist im AfD-Bundesvorstand seit Frauke Petrys Abgang frei. Nun gibt es neben Parteichef Jörg Meuthen auch den notwendigen zweiten Kandidaten.

Berlin - Der Berliner AfD-Landeschef Georg Pazderski will Bundesvorsitzender der Partei werden. "Nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen habe ich mich jetzt entschieden, am Wochenende für eine Sprecherposition an der Spitze der AfD zu kandidieren", sagte Pazderski den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Sein Ziel sei es, die AfD "dauerhaft in Deutschland als starke Kraft zu etablieren".

Der AfD-Bundesvorstand wird am Wochenende auf einem Parteitag in Hannover neu gewählt. Wieder kandidieren will auch Parteichef Jörg Meuthen. Eigentlich ist eine Doppelspitze vorgesehen; seit dem Parteiaustritt der damaligen Ko-Vorsitzenden Frauke Petry unmittelbar nach der Bundestagswahl führt Meuthen die rechtspopulistische Partei aber allein. Erwartet wird jedoch, dass sich die Delegierten in Hannover dafür entscheiden werden, an der Doppelspitze festzuhalten. Es gibt allerdings auch Gegenanträge.

Ebenfalls als ein möglicher Parteichef im Gespräch war bisher der Landeschef der AfD Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm. Für ihn hatte sich besonders Bundestags-Fraktionschef Alexander Gauland ausgesprochen. Den RND-Zeitungen sagte Holm aber nun: "Ich habe mich entschieden, nicht für das Amt des Bundessprechers zu kandidieren." Er begründete dies mit der bereits bestehenden Doppelbelastung als Landesvorsitzender und Vizechef der Bundestagsfraktion sowie familiären Verpflichtungen.

Eklat um Nazi-Vergleich im September

Pazderski leitete den Berliner Landesverband bis Anfang November zusammen mit der umstrittenen EU-Abgeordneten Beatrix von Storch. Sie wurde überraschender Weise nur noch als stellvertretende Landeschefin gewählt - und auch nur mit knapper Mehrheit. Seit dem Parteitag fungiert Pazderski nun mehr als alleiniger Vorsitzender.

Pazderski hatte Ende September mit einem Nazi-Vergleich für Empörung im Berliner Abgeordnetenhaus gesorgt. In einer Debatte über die Zukunft des Flughafens Tegel warf er dem Senat am Donnerstag Gefälligkeitsgutachten und eine Angstkampagne im Wahlkampf zum Volksentscheid vor. Die Senatskampagne nannte er „die verzweifelte Mobilisierung des Volkssturms der Argumente“. Der Volkssturm war kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs eine Art letztes Aufgebot der Nazis im Kampf gegen die Alliierten. Abgeordnete anderer Fraktionen reagierten mit lautem Protest und Kopfschütteln. Parlamentspräsident Ralf Wieland kündigte eine Sitzung des Ältestenrats des Parlaments an, um den Vorfall auszuwerten.

Lesen Sie auch: AfD-Politiker will Partei für rechtsextreme „Identitäre“ öffnen

AFP/dpa

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