Gegensätzliche Töne zu Donald Trump

Neuer US-Verteidigungsminister nennt Beziehung zur Nato "unerschütterlich"

+
US-Verteidigungsminister James Mattis schlägt versöhnliche Töne an. 

Washington - Was US-Präsident Donald Trump von der Nato hält, weiß die Welt bereits. Der US-Verteidigungsminister schlägt jetzt jedoch ganz andere Töne an. Eine Überraschung.

Nach den jüngsten Irritationen in den transatlantischen Beziehungen hat der neue US-Verteidigungsminister James Mattis die Bedeutung der Nato hervorgehoben. In Telefonaten mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und seinem britischen Kollegen Michael Fallon bekräftigte Mattis nach den Worten eines Pentagonsprechers am Montag das Bekenntnis der USA zu dem Verteidigungsbündnis. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt mit abschätziger Kritik an der Nato für Unruhe unter den europäischen Verbündeten gesorgt.

In dem Gespräch mit Stoltenberg habe Mattis betont, dass die Vereinigten Staaten bei der Suche nach Verbündeten für die Verteidigung der gemeinsamen Werte immer zuerst "in Europa beginnen" würden, erklärte der Pentagonsprecher. Mattis habe den Nato-Chef bewusst an seinem ersten regulären Arbeitstag angerufen, um die "Bedeutung, die er dem Bündnis bemisst, zu bekräftigen". Es sei dabei auch um die künftige Rolle der Nato in der transatlantischen Sicherheitsarchitektur gegangen.

USA und Großbritannien: „Einzigartige enge Beziehung“

In einem weiteren Telefonat mit seinem britischen Kollegen Fallon habe Mattis die Beziehung der USA zur Nato als "unerschütterlich" bezeichnet, erklärte Pentagonsprecher Jeff Davis. Der Ex-General habe das "unerschütterliche Bekenntnis" der Vereinigten Staaten zu dem Verteidigungsbündnis betont.

Zudem habe Mattis die "einzigartigen engen Beziehungen" zwischen den USA und Großbritannien hervorgehoben. Die Verteidigungsbeziehungen beider Länder gehörten zum "Grundgestein der US-Sicherheit". Am Freitag trifft die britische Premierministerin Theresa May als erste ausländische Regierungschefin den neuen US-Präsidenten Trump in Washington seit dessen Amtseinführung.

Nähert sich die USA wieder an Russland an?

Trump hatte die Nato vor seiner Amtseid vergangene Woche in einem Interview als "obsolet" bezeichnet und zudem seine Kritik bekräftigt, dass europäische Nato-Mitglieder sich zu wenig an den finanziellen Lasten im Bündnis beteiligten. Für Besorgnis in Bündnisstaaten sorgt auch Trumps Ankündigung, eine Wiederannäherung an Russland zu suchen.

Die Nato hat wegen des Ukraine-Konflikts und der Annektion der Krim durch Russland die militärische Zusammenarbeit mit Moskau ausgesetzt und ihre Militärpräsenz im Osten Europas massiv verstärkt. Zuletzt wurden unter anderem auch US-Truppen nach Polen verlegt.

AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Mutter des Hauptverdächtigen ruft Sohn zur Aufgabe auf

Der mutmaßliche Haupttäter von Barcelona ist tot. Die Polizei fahndet nach Verdächtigen. Der 17-jährige Moussa Oukabir war möglicherweise nicht der Fahrer des …
Mutter des Hauptverdächtigen ruft Sohn zur Aufgabe auf

Türkei lässt Kölner Schriftsteller Akhanli festnehmen

Dogan Akhanli floh vor mehr als 25 Jahren aus der Türkei, er ist längst deutscher Staatsbürger, lebt in Köln. Nun hat die spanische Polizei den kritischen Schriftsteller …
Türkei lässt Kölner Schriftsteller Akhanli festnehmen

Tausende marschieren in Boston gegen Rassismus und Hass

Angespannte Stunden in Boston: Eine Woche nach den Zusammenstößen in Charlottesville gehen in der US-Ostküstenstadt tausende Menschen auf die Straße - Demonstranten und …
Tausende marschieren in Boston gegen Rassismus und Hass

Kölner Schriftsteller Akhanli auf Betreiben Ankaras in Spanien festgenommen

Der Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli ist nach Angaben des Bundestagsabgeordneten Volker Beck am Samstag auf Betreiben Ankaras in Spanien festgenommen worden.
Kölner Schriftsteller Akhanli auf Betreiben Ankaras in Spanien festgenommen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.