Vor der Landtagswahl

Niedersachsen-SPD liegt in neuer Umfrage vor CDU

+
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (l) und CDU-Herausforderer Bernd Althusmann liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Foto: Julian Stratenschulte

Es wird spannend - und die SPD legt in einer neuen Umfrage zu. Knapp 30 Prozent der Wähler in Niedersachsen haben noch nicht entschieden, wem sie am Sonntag ihre Stimme geben. Um deren Gunst wollen die Parteien im Wahlkampf-Endspurt nun buhlen.

Hannover (dpa) - Der positive Umfrage-Trend für Niedersachsens SPD setzt sich kurz vor der Landtagswahl fort: Die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Stephan Weil liegen laut einer neuen Umfrage in der Wählergunst derzeit vor der CDU, können demnach aber ihr Bündnis mit den Grünen nicht fortsetzen.

Hier können Sie die Landtagswahl in Niedersachsen im Live-Ticker verfolgen.

Rechnerisch möglich sind derzeit eine große Koalition von SPD und CDU, ein Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP sowie eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP.

Die SPD liegt laut der im ZDF-"heute journal" veröffentlichten Projektion der Forschungsgruppe Wahlen derzeit bei 34,5 Prozent und damit so gut wie in keiner anderen Umfrage der vergangenen Wochen. Die CDU um Spitzenkandidat Bernd Althusmann kann demnach derzeit nur mit 33 Prozent rechnen. Im August hatte die CDU in Umfragen anderer Institute noch bei 40 Prozent gelegen.

In der vorangegangenen Projektion der Forschungsgruppe Wahlen war die CDU Anfang Oktober ebenfalls auf 33 Prozent gekommen. 29 Prozent der Befragten haben sich noch nicht endgültig entschieden, wem sie am Sonntag ihre Stimme geben werden. Die neuen Daten wurden nach dem TV-Duell von Weil und Althusmann erhoben - am Mittwoch und am Donnerstag.

Grüne und FDP liefern sich demnach am Sonntag ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen um den dritten Platz: Beide Parteien kommen derzeit auf 9 Prozent. Die AfD kommt wie in den jüngsten Umfragen auf 7 Prozent, die Linke muss bei derzeit 5 Prozent um den Einzug in den Landtag bangen.

Sollte die Linkspartei den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen, würden künftig vermutlich sechs Parteien im Landtag in Hannover vertreten sein, derzeit sind es vier. Bei der Wahl 2013 war die CDU auf 36,0 Prozent gekommen, die SPD auf 32,6 Prozent. Die Grünen hatten 13,7 Prozent erreicht, die FDP 9,9 Prozent.

Auch bei der Beurteilung der Spitzenkandidaten liegt die SPD vorn: 49 Prozent der Befragten wünschen sich, dass Stephan Weil Regierungschef bleibt, 31 Prozent sprechen sich für Herausforderer Bernd Althusmann von der CDU aus. Immerhin kann er seinen Wert im Vergleich zu der vorangegangenen Erhebung um zwei Prozentpunkte steigern.

Drei Tage vor der Landtagswahl kämpften die Spitzenpolitiker in Niedersachsen am Donnerstag erneut mit bundespolitscher Unterstützung um Wählerstimmen. CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel kam zu Veranstaltungen nach Seevetal und Vechta. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel stieg für die SPD in Einbeck in den Ring. FDP-Chef Christian Lindner stärkte Spitzenkandidat Stefan Birkner in Hannover den Rücken.

Am Freitag kommt SPD-Chef Martin Schulz nach Hannover, Merkel tritt mit CDU-Spitzenkandidat Althusmann in Osnabrück auf. Zuvor wird die Kanzlerin noch in Stade versuchen, Wähler zu überzeugen.

Projektion Forschungsgruppe Wahlen

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Fast eine Milliarde für Hyperschallrakete: US-Luftwaffe investiert kräftig

Die US-Luftwaffe hat dem Rüstungshersteller Lockheed Martin fast eine Milliarde Euro für die Entwicklung einer Hyperschallraktete zur Verfügung gestellt.
Fast eine Milliarde für Hyperschallrakete: US-Luftwaffe investiert kräftig

Haftbefehl gegen mutmaßlichen antisemitischen Schläger

Der kurze Film zeigt, wie der Täter auf den jungen Israeli losgeht und ihn mit einem Gürtel schlägt und "Jude, Jude" schreit. Die Empörung ist groß. Sogar die Kanzlerin …
Haftbefehl gegen mutmaßlichen antisemitischen Schläger

Merkel und Macron wollen bei EU-Reform im Sommer liefern

Der Franzose musste wegen der zähen Regierungsbildung in Berlin lange auf eine Antwort warten. Nun will die Kanzlerin in der Debatte um Macrons ehrgeizigen …
Merkel und Macron wollen bei EU-Reform im Sommer liefern

Deutschland sagt Aufnahme von 10.200 Flüchtlingen zu

Wer als Migrant nach Europa kommt, riskiert oft eine gefahrvolle Reise. Wer für ein Umsiedlungsprogramm ausgewählt wird, hat Glück: Er darf legal einreisen. Deutschland …
Deutschland sagt Aufnahme von 10.200 Flüchtlingen zu

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.