„Nichts besseres zu tun?“

Nordkorea testet Interkontinental-Rakete - Trump spottet

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Donald Trump hat für Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un vor allem Spot übrig

Nordkorea will Stärke demonstrieren. Wieder testet das Land eine ballistische Rakete - offenbar eine Interkontinental-Rakete.

Seoul/Tokio - Nordkorea hat nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich eine Interkontinentalrakete (ICBM) getestet. Die Rakete des Typs Hwasong-14 habe nach dem Start eine Höhe von 2802 Kilometern erreicht und sei 933 Kilometer weit geflogen. Das habe das nordkoreanische Staatsfernsehen am Dienstag vermeldet, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Der Machthaber Kim Jong Un habe den Start persönlich verfolgt.

Fernsehbilder aus Nordkorea

Zuvor hatten bereits die südkoreanischen Streitkräfte mitgeteilt, dass das Nachbarland im Westen des Landes eine ballistische Rakete abgefeuert habe, die rund 930 Kilometer in Richtung des Japanischen Meers (koreanisch: Ostmeer) geflogen sei. Südkorea schließe nicht aus, dass es eine Interkontinentalrakete gewesen sein könnte, sagte Präsident Moon Jae In in Seoul bei einem Treffen des Nationalen Sicherheitsrats. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test ballistischer Raketen. Solche Raketen sind vor allem für das Militär als Raketen mit Atomsprengkopf konzipiert.

Der jüngste Test erfolgte vor den Feiern zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli in den USA. Nordkorea unterstellt Washington regelmäßig eine feindselige Politik. Das wird von der US-Regierung aber bestritten.

Japan und Südkorea beunruhigt

US-Präsident Donald Trump erklärte auf Twitter, es sei schwer zu glauben, dass Südkorea und Japan sich weiter mit den Provokationen abfinden würden - vor allem aber spottete der US-Präsident über die Bemühungen Nordkoreas. 

Er frage sich, ob dieser Typ „nichts Besseres in seinem Leben zu tun habe, als Raketen starten zu lassen“, schrieb er und spielte damit offenbar auf den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un an. 

Dann schob Trump ein anderes Land vor, um eine ernstere Drohung zu lancieren: „Vielleicht wird China erhebliche Maßnahmen gegen Nordkorea ergreifen, um diesen Unsinn ein für alle Mal zu beenden.“


China ruft zu Gesprächen auf

Tatsächlich rief China wenige Stunden später zu einem friedlichen Dialog und zu Gesprächen auf. Nur so könnten die Probleme auf der koreanischen Halbinsel gelöst werden, sagte der Pekinger Außenamtssprecher Geng Shuang am Dienstag.

China verurteilte Verstöße Nordkoreas gegen UN-Resolutionen, die dem Land das Testen ballistischer Raketen untersagen. Auch habe Peking bereits großer Anstrengungen unternommen, um die Krise zu lösen, und werde sich weiterhin um eine Lösung bemühen. „Wir hoffen, dass auch andere ihren Beitrag leisten.“ Alle Parteien sollten sich zurückhalten und Aktionen vermeiden, die zu einer weiteren Eskalation führten.

Der Streit mit dem kommunistisch regierten Land gilt als einer der weltweit gefährlichsten Konflikte. Die Lage in der Region ist nach mehreren Tests ballistischer Raketen durch Nordkorea, darunter Mittelstreckenraketen, sowie Marschflugkörpern in den vergangenen Monaten sehr angespannt. Ballistische Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Flugkörper, die je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe ins Ziel befördern können. Nordkorea arbeitet nach eigenen Angaben auch an der Entwicklung von Langstreckenraketen, die bis in die USA getragen werden könnten.

Trump hatte bereits gedroht

Tokio warf der isolierten Führung in Pjöngjang Provokation vor und erklärte, zusammen mit den USA und Südkorea mehr Druck auf Nordkorea ausüben zu wollen. Ministerpräsident Shinzo Abe rief zugleich die Präsidenten Chinas und Russlands, Xi Jinpin und Wladimir Putin auf, beim G-20 Gipfel am kommenden Wochenende in Hamburg eine „konstruktive“ Rolle im Konflikt mit Nordkorea zu spielen. In Südkorea berief Präsident Moon Jae In nach dem Raketentest im Nachbarland - wie üblich in diesen Fällen - den nationalen Sicherheitsrat ein.

US-Präsident Trump hatte bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten in der vergangenen Woche erneut scharfe Worte an Pjöngjang gerichtet. Das „Zeitalter der strategischen Geduld“ mit Nordkorea sei vorüber, dieser Ansatz sei gescheitert, sagte er in Anspielung an die Politik seines Vorgängers Barack Obama.

Zugleich betonten Trump und Moon, dass die Tür zum Dialog mit Pjöngjang „unter den richtigen Umständen“ nach wie vor offen sei. Trump hatte mehrfach mit Alleingängen im Konflikt um das Atomprogramm Nordkoreas gedroht und auch militärische Aktionen nicht ausgeschlossen. Zugleich setzt Washington auf China, dem traditionellen Verbündeten Nordkoreas. Peking ruft die Parteien in dem Konflikt regelmäßig zu Verhandlungen auf.

dpa/AFP/fn

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