Überfremdung?

NPD-Mann will arabische Hausnummern abschaffen - und macht sich zur Lachnummer

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Bei der Podiumsdiskussion waren knapp 600 Zuschauer anwesend.

Bei einer Podiumsdiskussion in Völklingen (Saarland) bekommt der NPD-Mann Otfried Best von einem Satiriker eine Frage gestellt. Seine Antwort sorgt für Lacher.

Völklingen - In knapp zwei Wochen wird in Völklingen im Saarland gleich doppelt gewählt. Denn in der mittelgroßen Stadt (knapp unter 40.000 Einwohner) stehen nicht nur die Bundestagswahlen an, nein es wird auch noch ein neuer Bürgermeister gewählt. Der Kandidat der rechtsextremen NPD für dieses Amt heißt Otfried Best und ging bei einer Podiumsdiskussion einem Politiker der Satirepartei „Die Partei“ auf dem Leim. Auf dessen Fangfrage fiel der NPD-Politiker nämlich vollkommen rein - und sorgte mit seiner Antwort für viele Lacher.

Am vergangenen Mittwoch waren die Kandidaten nämlich eingeladen, sich den Fragen des Publikums zu stellen. Und Best saß gemeinsam mit seinen Konkurrenten von CDU (Kevin Frank) und SPD (Christiane Blatt) sowie dem parteilosen Stephan Tautz gemeinsam auf der Bühne. Im Laufe des Abends meldete sich dann ein Mann, der sich - wie sich das nunmal so gehört - vorstellte. „Mein Name ist Uwe Faust von der Partei „Die Partei“, setzte er an. Und jedem normalen Politiker sollte spätestens hier aufgefallen sein, dass nun vielleicht eine Frage kommt, auf die Mann nicht unbedingt antworten sollte. Und so war es auch.

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Satiriker legt NPD-Bürgermeisterkandidat rein

"Herr Best, laut Baugesetzbuch, Paragraph 126, ist jeder Eigentümer verpflichtet, sein Grundstück mit der durch die Gemeinde vorgegebene Nummer zu kennzeichnen“, setzte Faust an. „Jetzt ist mir erschreckend aufgefallen, dass in Völklingen viele Hausnummern mit arabischen Zahlen gekennzeichnet sind. Wie möchten Sie gegen die schleichende Überfremdung vorgehen?"

Lesen Sie auch: AfD sackt in Umfragen zur Bundestagswahl ab

Für Best waren die Stichworte „arabisch“ und „Überfremdung“ offenbar genug, denn er reagierte mit folgenden Worten:"Da warten Sie mal ab, Herr Faust, bis ich Oberbürgermeister bin. Da werd ich das ändern. Da werden da mal normale Zahlen drankommen.“ Viele der knapp 600 Zuschauer hatten den Braten da allerdings schon gerochen. Es kamen „Hurra“-Rufe aus dem Publikum. Vermutlich nicht ganz ernst gemeint. 

Der Vorfall im Video:

Best war offenbar nicht klar, dass die in der westlichen Welt im Normalfall für Zahlen verwendeten Ziffern wie 1,2, 398 oder 4756 eben arabische Ziffern sind. Als Alternative, die zumindest aus Europa kommt, gäbe es noch die römischen Ziffern I, II, V (5), C (100), die für viele Menschen allerdings ungleich schwerer zu lesen sind. Oder aus unserem „eigenen Land“ eben germanische Runen. Aber ob da noch jemand die Hausnummern lesen kann? Zweifelhaft.

bix

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