Führungswechsel

Stamp ist neuer Chef der NRW-FDP nach Lindner

Joachim Stamp wurde mit 92,8 Prozent der Stimmen zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Foto: Oliver Berg
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Joachim Stamp wurde mit 92,8 Prozent der Stimmen zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Foto: Oliver Berg
Die nordrhein-westfälische FDP ist zu einem Landesparteitag zusammengekommen, um einen Nachfolger für Christian Lindner als Landesparteichef zu wählen. Foto: Oliver Berg
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Die nordrhein-westfälische FDP ist zu einem Landesparteitag zusammengekommen, um einen Nachfolger für Christian Lindner als Landesparteichef zu wählen. Foto: Oliver Berg
Der stellvertretende Ministerpräsident und Familienminister in NRW, Joachim Stamp kommt zum Landesparteitag. Foto: Oliver Berg
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Der stellvertretende Ministerpräsident und Familienminister in NRW, Joachim Stamp kommt zum Landesparteitag. Foto: Oliver Berg
"Eine Mitgliedschaft in der FDP, das ist nichts für schwache Nerven", sagte Lindner. Foto: Oliver Berg
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"Eine Mitgliedschaft in der FDP, das ist nichts für schwache Nerven", sagte Lindner. Foto: Oliver Berg
Führungswechsel: Joachim Stamp (r.) folgt Christian Lindner als Landesvorsitzender der NRW-FDP. Foto: Caroline Seidel
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Führungswechsel: Joachim Stamp (r.) folgt Christian Lindner als Landesvorsitzender der NRW-FDP. Foto: Caroline Seidel

Christian Linder hat viel verbale Prügel bezogen nach dem Aus der Jamaika-Sondierungen in Berlin. In seinem Heimatverband NRW kann er dagegen in ein Wohlfühlbad eintauchen - obwohl er sich verabschiedet.

Neuss (dpa) - Der größte FDP-Landesverband Nordrhein-Westfalen hat einen Führungswechsel ohne den prominenten Bundesvorsitzenden Christian Lindner an seiner Spitze vollzogen.

Bei einem außerordentlichen Landesparteitag in Neuss wählten die rund 400 Delegierten den 47-jährigen NRW-Familienminister Joachim Stamp mit 92,8 Prozent der Stimmen zum neuen Landesvorsitzenden. Für Stamp, der auch Vize-Ministerpräsident ist, votierten 349 der 376 Delegierten bei 18 Nein-Stimmen und 9 Enthaltungen. Mitbewerber gab es nicht.

Dass Lindner nach den geplatzten Jamaika-Sondierungen mit Union und Grünen für viele der Buhmann der deutschen Politik ist, war an seiner Heimatbasis nicht zu spüren. In seiner Abschiedsrede verteidigte Lindner die Entscheidung und deklinierte die Differenzen mit Union und Grünen durch zahlreiche Politikfelder durch. "Unsere Positionen, unsere Anliegen, unsere Identität wurden von den Anderen nicht ernst genommen", bilanzierte er. "Man glaubte, uns im Sack zu haben."

Für die FDP habe sich am Ende von weit über 100 Gesprächsstunden aber klar abgezeichnet: "Jamaika wäre keine stabile, keine gute Regierung geworden. Sie hätte unser Land nicht vier Jahre lang geführt." Für die Wähler wäre die Option nicht zumutbar gewesen, erklärte Lindner. "Es wäre eine Fortschreibung der großen Koalition gewesen, ergänzt um einige gefährliche Vorhaben der Grünen."

In der Aussprache wurde neben reichlich Begeisterung nur eine kritische Frage laut, ob die FDP den von ihr postulierten "German Mut" nicht auch bei der Regierungsbildung hätte beweisen sollen. "Ich bin nicht sicher, ob wir nicht zu hoch gepokert haben", zweifelte ein Delegierter. Lindner hielt dagegen: "In den Medien ist Jamaika zu einem romantischen Sehnsuchtsort verklärt worden. Wir waren da."

Lindner hatte bereits vor der NRW-Landtagswahl im Mai angekündigt, bei seinem Wechsel in den Bundestag nicht gleichzeitig Bundes- und Landeschef bleiben zu wollen. Der 38-jährige gebürtige Wuppertaler hat den laut Parteiangaben über 17 000 Mitglieder starken Landesverband seit 2012 fünfeinhalb Jahre lang geführt.

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