Bei Straftat beobachtet

NRW-Wahl: Zusteller soll Hunderte Wahlbenachrichtigungen weggeworfen haben - Verdächtiger ermittelt

Ein Wähler macht sein Kreuz.
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NRW wählt: Im bevölkerungsreichsten Bundesland geht es am 13. September nicht nur um einen neuen Landtag.

In Mönchengladbach soll ein Briefträger Hunderte Wahlbenachrichtigungen in Altpapiercontainern verschwinden lassen haben. Dass diese wieder auftauchen, ist einem aufmerksamen Bürger zu verdanken.

  • Die Stadt Mönchengladbach findet rund 600 Wahlbenachrichtigungen für die anstehende Kommunalwahl am 13. September in Altpapiercontainern.
  • Sie hatte einen Tipp von einem aufmerksamen Bürger erhalten.
  • Für einen Briefträger hat dieser Fund Konsequenzen.

Mönchengladbach/München - War es der Versuch eines Wahlbetrugs? Oder einfach nur ein Anflug von Faulheit? In Mönchengladbach hat offenbar ein Briefträger mehrere Hundert Wahlbenachrichtigungen* für die anstehende Kommunalwahl* in zwei Altpapiercontainern entsorgt.

Allerdings wurde die Person dabei beobachtet. Der aufmerksame Bürger informierte umgehend das Wahlamt, wie RP Online unter Bezugnahme auf eine Mitteilung der Stadt berichtet.

NRW-Wahl: Rund 600 Wahlbenachrichtigungen finden sich in Mönchengladbacher Altpapiercontainer

Die betroffenen Container seien anschließend sichergestellt, auf dem Betriebshof des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales geöffnet und durchsucht worden. Ans Tageslicht gefördert wurden rund 600 Wahlbenachrichtigungen, die allesamt im Mönchengladbacher Stadtteil Hermges ausgeliefert werden sollten. Ein Stadtsprecher bestätigte RP Online, dass es sich um Originale gehandelt habe. Einige der Schreiben seien beschädigt gewesen.

Zuständig für die Zustellung ist das Unternehmen Postcon, ein Briefdienstleister mit dem Fokus auf Geschäftspost. Ein Sprecher sagte dem Düsseldorfer Portal: „Es tut uns wahnsinnig leid, dass so etwas passiert ist.“ Weiter versprach er, dass die Adressen geprüft und dem Zusteller „personalrechtliche Konsequenzen“ drohen würden.

NRW-Wahl: Mutmaßlichem Straftäter wird fristlos gekündigt

Der Fall ereignete sich bereits Mitte August. Mittlerweile seit laut WDR der verdächtige Postcon-Mitarbeiter ermittelt und diesem fristlos gekündigt worden. Die Stadt Mönchengladbach habe Anzeige gegen die Person erstattet. Insgesamt seien in dem Wahlkreis 207.000 Bürger aufgerufen, im Rahmen der NRW-Wahl am 13. September* an der Urne oder per Briefwahl* ihre Stimme abzugeben.

Mönchengladbach wird seit der jüngsten Kommunalwahl 2014 von Hans Wilhelm Reiners (CDU) regiert. Die Christ-Demokraten stellen mit 30 von 68 Sitzen die stärkste Fraktion im Stadtrat. Durch die Koalition mit der SPD, die 20 Sitze innehat, entstand eine sehr solide Mehrheit. (mg) *merkur.de ist Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks.

Wie eine Briefwahl beantragt werden kann, wird im folgenden Video erklärt.

Während der Vorfall in Mönchengladbach letztlich keine Auswirkungen auf die Wahl hat, wird in einem anderen Wahlbezirk wohl eine Terminverschiebung notwendig sein. In Frechen ist ein Kandidat vor der Kommunalwahl verstorben.

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