Umweltschutz

Obama erschwert Trump Ölbohrungen in Arktis und Atlantik

+
Der Schritt Obamas ist von einem US-Gesetz gedeckt, das Präsidenten die Sperrung von Gebieten für Ölvorhaben erlaubt. Foto: Ulf Mauder

Donald Trump will auf alte Energie setzen: Kohle und Öl. Amtsinhaber Barack Obama hat ihm das noch auf den letzten Metern seiner Amtszeit nun erschwert: In der Arktis und im Atlantik verbot er Ölbohrungen fast komplett.

Washington (dpa) - US-Präsident Barack Obama setzt seinem Nachfolger Donald Trump Grenzen bei der Ausbeutung von Energiereserven in der sensiblen Natur der Arktis. Gemeinsam mit dem Nachbarstaat Kanada sperren die USA große Teile der arktischen Gewässer für Ölbohrungen.

Das teilte das Weiße Haus in Washington mit. Gesperrt bleiben die Tschuktensee und die Beaufort See auf der US-Seite und die kompletten Arktis-Gewässer vor Kanada.

Diese Maßnahmen und Kanadas Maßnahmen schützen ein sensibles und einzigartiges Ökosystem, das es so kein zweites Mal auf der Erde gibt", heißt es in einem Statement Obamas. Auch die Interessen der Ureinwohner, etwa bei der Fischerei, sollen berücksichtigt werden, hieß es vom Weißen Haus.

Das Risiko von Ölverschmutzungen durch riskante Bohrvorhaben in technisch schwer beherrschbaren Gefilden solle minimiert werden. Obama werde auch große Teile der atlantischen Küstenregion im Osten der USA von Neu-England bis Virginia für Ölvorhaben sperren. Bereits bestehende Lizenzen seien von den Sperrungen nicht betroffen.

Die Umweltorganisation Greenpeace lobte Obamas Schritt. "Die Atlantikküste und die Arktis sind nun permanent von der katastrophalen Öl-Gewinnung verschont", heißt es in einem Statement der Organisation. Präsident Obama sollte noch mehr in diese Richtung tun.

Das Amercian Petroleum Institute, eine Lobbyorganisation für die Ölindustrie, bezeichnete den Schritt als kurzsichtig. Die Möglichkeit, in den USA Öl zu fördern, sei Teil der Nationalen Sicherheit.

In der Praxis hat der Schritt derzeit kaum Auwirkungen. In den arktischen Gebieten der USA vor Alaska werden zwar große Öl- und Gasvorkommen vermutet, es wird aber kaum gebohrt. Die technischen und logistischen Anforderungen sind extrem hoch. Nur wenige Firmen weltweit sind überhaupt in der Lage, Bohrungen in derlei Gefilden anzugehen. Zuletzt hatte Royal Dutch Shell sich nach milliardenschweren Anschubinvestitionen entnervt aus einem Projekt vor Alaska zurückgezogen.

Der Schritt Obamas ist von einem US-Gesetz gedeckt, das Präsidenten die Sperrung von Gebieten für Ölvorhaben erlaubt. Für Trump, der eine stark deregulierte Energiepolitik zugunsten der Ölindustrie angekündigt und mit Rex Tillerson einen Ölmanager zum Außenminister gemacht hat, gibt es nach Darstellung des Weißen Hauses kaum Möglichkeiten, den Schritt rückgängig zu machen. Das Gesetz sehe nicht das Recht für künftige Präsidenten vor, die Entscheidung wieder rückgängig zu machen. Allerdings könnte Trump das gesamte Gesetz mit seiner Kongressmehrheit abschaffen lassen - ein allerdings kompliziertes und zeitraubendes Unterfangen.

Erklärung Weißes Haus, Englisch

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Hamas feuert 220 Geschosse auf Israel

Militante Palästinenser feuern 220 Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet. Israel bombardiert Dutzende Hamas-Ziele in dem schmalen Küstenstreifen. Hält eine …
Hamas feuert 220 Geschosse auf Israel

Nach Italiens Appell: Deutschland nimmt 50 Flüchtlinge auf

Die Regierung in Rom kennt kein Pardon: Wieder lässt sie gerettete Migranten stundenlang im Mittelmeer ausharren. Die Taktik scheint aufzugehen.
Nach Italiens Appell: Deutschland nimmt 50 Flüchtlinge auf

Donald Trump bezeichnet EU als „Feind“ – und leistet sich weiteren Queen-Fauxpas

Donald Trump hat bei seinem Großbritannien-Besuch die Gastgeber irritiert. Bei der Queen patzte er gleich mehrfach. Und dann bezeichnete er auch noch die EU als „Feind“. …
Donald Trump bezeichnet EU als „Feind“ – und leistet sich weiteren Queen-Fauxpas

Trumps Weltsicht: US-Präsident bezeichnet EU, Russland und China als "Gegner“

US-Präsident Donald Trump hat die EU, Russland und China in einem Interview als "Gegner" bezeichnet.
Trumps Weltsicht: US-Präsident bezeichnet EU, Russland und China als "Gegner“

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.