Gilt noch für Kreis Gütersloh

Österreich nimmt generelle Reisewarnung für NRW zurück

Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich, kommt zu einer Pressekonferenz. Die generelle Reisewarnung für ganz Nordrhein-Westfalen wurde von der österreichischen Regierung zurückgenommen. Foto: Ronald Zak/AP/dpa
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Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich, kommt zu einer Pressekonferenz. Die generelle Reisewarnung für ganz Nordrhein-Westfalen wurde von der österreichischen Regierung zurückgenommen. Foto: Ronald Zak/AP/dpa

Der schwere Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies hat zu Beginn der Sommerferien die Reisepläne für viele Menschen in der Region durcheinander gewirbelt. Nun zeichnet sich Entspannung ab.

Düsseldorf/Berlin/Wien (dpa) - Österreich hat die nach dem schweren Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies ausgesprochene generelle Reisewarnung für ganz Nordrhein-Westfalen zurückgenommen.

Die für Tourismus zuständige österreichische Ministerin Elisabeth Köstinger sagte in der Sendung «Bild live - Die richtigen Fragen»: «Mit heute 00.00 Uhr wird die allgemeine Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen aufgehoben, sie wird nurmehr für den Kreis Gütersloh gelten.» Auch für Bewohner der betroffenen Region um die Großschlachterei Tönnies gelte: Wer einen negativen Corona-Test vorweise, werde «seinen Urlaub in Österreich antreten können».

Auch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus NRW-Regierungskreisen hat Österreich die generelle Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen zurückgenommen und auf die vom Infektionsgeschehen betroffenen Kreise beschränkt. In den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes in Berlin hieß es am späten Sonntagabend, laut Mitteilung des österreichischen Gesundheitsministeriums müssten Reisende aus Gütersloh ab Montag 00.01 Uhr bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen.

Beim Fleischfabrikanten Tönnies im Kreis Gütersloh hatten sich mehr als 1500 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Die Behörden in NRW sahen am Wochenende zunächst keine Anzeichen dafür, dass sich das Virus in größerem Umfang in der Bevölkerung verbreitet hat.

Aus NRW-Regierungskreisen hieß es am späten Sonntagabend weiter, Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) habe am Wochenende mehrfach mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz telefoniert und die Lage erörtert. Laschet habe die Maßnahmen der betroffenen Kreise und des Landes zur Eindämmung des Ausbruchs sowie die Anstrengungen zur massiven Testung der Tönnies-Mitarbeiter, ihres Umfelds und der Gesamtbevölkerung erläutert. Kurz habe seine Anerkennung dafür zum Ausdruck gebracht sowie das konsequente Vorgehen begrüßt.

In diesen Kreisen wurde zu Beginn der Sommerferien in NRW betont, dass Österreich kein Beherbergungsverbot ausspreche. Vielmehr würden die generellen Einreisebeschränkungen für alle von hohen Infektionszahlen betroffenen Regionen in Europa nun auch auf Gütersloh angewandt. Kurz habe Laschet zugesichert, den Kreis Warendorf hier bereits nicht mehr einzubeziehen. Dies habe auch das österreichische Gesundheitsministerium der Deutschen Botschaft in Wien offiziell mitgeteilt. Sobald die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage in Gütersloh unter 50 falle, solle auch hier die Beschränkung aufgehoben werden.

Der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte in der ORF-Sendung «Im Zentrum» bereits angekündigt, Urlauber aus dem Kreis Gütersloh dürften künftig nur mit negativem Corona-Test nach Österreich reisen. Österreich verhalte sich hier analog zu deutschen Bestimmungen. «Wir machen da eine gemeinsame Linie», sagte Anschober. Der Test dürfe nicht älter als 48 Stunden sein. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sagte, Menschen aus dieser Region müssten an Flughäfen, aber auch bei der Einreise per Auto mit Kontrollen rechnen. Die Pläne würden nicht für Reisende aus dem angrenzenden Kreis Warendorf gelten, wo sich die Zahl der Corona-Infektionsfälle deutlich besser entwickelt habe, hieß es.

© dpa-infocom, dpa:200629-99-597959/3

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