Parlamentswahl in Frankreich

„Ohne Kontrollmacht“ - Sozialistenchef warnt vor Fehlen einer Opposition

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Jean-Christophe Cambadélis musste einen Rückschlag hinnehmen.

Emmanuel Macron und sein Lager sind der klare Sieger. Für die Demokratie sei das nicht gut, wie der abgestrafte Chef der Sozialisten betont. 

Paris - Nach dem klaren Sieg des Lagers von Präsident Emmanuel Macron in der ersten Runde der französischen Parlamentswahl haben die abgestraften Sozialisten vor einem Parlament ohne echte Opposition gewarnt. „Heute Abend deutet alles darauf hin, dass die absolute Mehrheit bereits (für Macron) gesichert ist“, sagte der Chef der Sozialistischen Partei, Jean-Christophe Cambadélis, am Sonntag. Falls diese Mehrheit im zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag noch gestärkt werde, „werden wir eine Nationalversammlung ohne echte Kontrollmacht und ohne demokratische Debatte haben, die dieses Namens würdig ist“.

Macrons Partei und ihre Verbündeten hatten laut ersten Hochrechnungen im ersten Wahlgang mehr als 32 Prozent der Stimmen bekommen. Meinungsforscher gehen davon aus, dass sie in der zweiten Runde auf mindestens 390 der 577 Sitze in der Nationalversammlung kommen können. Die Sozialisten von Macrons Amtsvorgänger François Hollande waren bislang die größte Fraktion in der Nationalversammlung; sie liegen nun in einer ersten Hochrechnung des Instituts Kantar Public-Onepoint aber nur noch bei 7,8 Prozent der Stimmen.

Parlamentswahl in Frankreich 2017: Gewinner und Verlierer

dpa

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