Beispiel Anis Amri

Oppermann fordert Sanktionen gegen Herkunftsländer bei Abschiebeproblemen

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Tunesier demonstrierten am Sonntag gegen die Abschiebung von Dschihadisten zurück in ihre Herkunftsländer.

Berlin - SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann fordert Sanktionen gegen Länder, die abgelehnte Asylbewerber nicht zurücknehmen. Die Abschiebung des Attentäters von Berlin scheiterte an fehlenden tunesischen Papieren.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) solle Druck auf Staaten ausüben, die Ausweispapiere zu spät oder gar nicht liefern und so Abschiebungen erschweren, sagte Oppermann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). Oppermann forderte, die entsprechenden Rückführungsabkommen neu zu verhandeln. Dabei dürften "auch Sanktionen nicht ausgeschlossen werden".

Oppermann sagte, es sei untragbar, "wenn die Ausreise Zehntausender an mangelnder Bereitschaft der Herkunftsländer scheitert, Pässe zur Verfügung zu stellen". Die Bundesregierung müsse mehr Druck auf diese Staaten ausüben. Die Abschiebung des aus Tunesien stammenden Berlin-Attentäters Anis Amri war an fehlenden tunesischen Papieren gescheitert.

De Maizière sieht Verbesserungsbedarf bei Algerien, Tunesien und Marokko

Ähnlich wie Oppermann äußerte sich am Sonntagabend auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Bei Abschiebungen sei grundsätzlich eine Bereitschaft der Herkunftsländer nötig, sagte de Maizière in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". "Wir haben das in Afghanistan durchgesetzt", sagte der Minister. Bei Algerien, Tunesien und Marokko seien die Verbesserungen "noch nicht gut genug".

Der Innenminister könne Verbesserungen in dieser Frage aber "nicht alleine schaffen", sagte de Maizière. "Dazu brauchen wir andere Politikfelder, um entsprechend hartnäckig auch mit diesen Staaten zu verhandeln." Als Beispiele nannte de Maizière die Entwicklungs-, Wirtschafts- und Außenpolitik.

Abschiebehaft für Gefährder soll helfen

Bei der Abschiebehaft für Gefährder geht der Innenminister von einer raschen Einigung mit der SPD aus. "Das müssten wir schnell zustande bringen", sagte de Maizère mit Blick das Treffen mit Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) am Dienstag. "Wenn die Bereitschaft der Herkunftsländer grundsätzlich vorliegt, sie aber zögerlich bei der Beschaffung von Passpapieren ist, dann hilft die Abschiebehaft", sagte de Maizière im "Bericht aus Berlin."

Am Wochenende hatte de Maizière der SPD noch mangelnde Kooperationsbereitschaft in der Sicherheitspolitik vorgeworfen. Er sei nicht sicher, ob alle in der SPD bereit seien, "harte Maßnahmen" mitzutragen, sagte er der "Bild am Sonntag".

AFP

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