Angelus-Gebet im Vatikan

Papst-Appell: Migranten friedliche Zukunft zusichern

+
Papst Franziskus küsst bei der Neujahrsmesse in der St. Peters Basilika im Vatikan die Statue des Heiligen Kindes. Foto: Andrew Medichini

Der Pontifex wird nicht müde, zu mehr Solidarität mit Flüchtlingen und Migranten aufzurufen. An Neujahr erneuert Franziskus seinen Appell - die Hoffnung Schutzsuchender dürfe nicht erstickt werden.

Vatikanstadt (dpa) - Papst Franziskus hat zu Beginn des neuen Jahres die Gesellschaft in die Pflicht genommen, Flüchtlingen und Migranten eine friedliche Zukunft zuzusichern.

"Für diesen Frieden, auf den jeder ein Recht hat, sind viele von ihnen bereit, ihr Leben zu riskieren auf einer Reise, die in den meisten Fällen lang und gefährlich ist", sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Montag vor dem Angelus-Gebet vor rund 40.000 Gläubigen auf dem Petersplatz. "Bitte, lasst uns die Hoffnung in ihren Herzen nicht ersticken; lasst uns ihre Erwartungen an den Frieden nicht enttäuschen."

Die katholische Kirche feierte am 1. Januar den Weltfriedenstag. In einer bereits im November veröffentlichten Papstbotschaft dazu hieß es, dass das neue Jahrhundert bisher noch "keine wirkliche Wende" gebracht habe. "Die bewaffneten Konflikte und die anderen Formen organisierter Gewalt verursachen weiterhin Bevölkerungswanderungen innerhalb der nationalen Grenzen und über sie hinaus." Migranten und Flüchtlinge seien Menschen auf der Suche nach Frieden.

Bereits an Weihnachten hatte der Argentinier mehr Mitgefühl mit Migranten angemahnt. "Noch einmal möchte ich diesen Brüdern und Schwestern eine Stimme geben", sagte Franziskus nun am Montag. Es sei wichtig, dass sich alle - zivile Institutionen wie Bildungs-, Sozial- und kirchliche Einrichtungen - für Flüchtlinge und Migranten einsetzten.

Die Feierlichkeiten im Vatikan wurden - wie auch andernorts in Rom - von scharfen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Vor dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz hatte der Papst am Neujahrsmorgen im Petersdom eine Messe gefeiert und vor den "zersetzenden Banalitäten des Konsums" gewarnt. Er ermunterte die Gläubigen, sich im neuen Jahr auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich "vor der Betäubung durch die Werbung, vor der Verbreitung leerer Worte und den beunruhigenden Wogen des Klatsches und des Lärms" zu schützen.

Aus dem alten Jahr hatte sich Franziskus mit düsteren Worten verabschiedet und an Krieg und Zerstörung erinnert. "Auch die Zeit des Jahres 2017 (...) haben wir Menschen in vielerlei Hinsicht mit Taten des Todes, mit Lügen und Ungerechtigkeiten verschwendet und verwundet", sagte er in einem Gottesdienst an Silvester. Kriege seien der "ungeheuerliche Ausdruck" eines "irrwitzigen Stolzes".

Mitteilung des Vatikans mit Worten des Papstes

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Bundestagsabgeordnete gehen an Bord der "Lifeline"

Rom (dpa) - Abgeordnete von Grünen und Linken sind nach Angaben ihrer Bundestagsfraktionen an Bord des im Mittelmeer blockierten deutschen Rettungsschiffs "Lifeline" …
Bundestagsabgeordnete gehen an Bord der "Lifeline"

Wahlkommission: Erdogan hat Präsidentenwahl gewonnen

Die Auszählung der Stimmen in der Türkei ist noch nicht beendet, da erklärt Präsident Erdogan sich schon zum Sieger. Kurz darauf folgt ihm die Wahlkommission. Erdogan …
Wahlkommission: Erdogan hat Präsidentenwahl gewonnen

Özdemir kritisiert Erdogan-Fans in Deutschland auf Twitter: „Wie die AfD“

Der frühere Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hat auf Twitter mit drastischen Worten die Erdogan-Anhänger in Deutschland kritisiert.  In Berlin wurde der Wahlsieg abends …
Özdemir kritisiert Erdogan-Fans in Deutschland auf Twitter: „Wie die AfD“

Landkreistag lehnt Beschränkung von Baukindergeld ab

Berlin (dpa) - Der Deutsche Landkreistag hat Pläne zurückgewiesen, das Baukindergeld auf kleinere Immobilien zu beschränken. "Das wäre eine ungerechte Gleichbehandlung …
Landkreistag lehnt Beschränkung von Baukindergeld ab

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.