Warnende Weihnachtsbotschaften

Papst erinnert in Christmette an Flüchtlingskinder

Weihnachtsmsse im Petersdom
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Weihnachtsmsse im Petersdom.

Rom - In der Flüchtlingskrise findet Papst Franziskus immer wieder klare Worte. Auch an Weihnachten erinnert er an die Menschen, die auf der Flucht, im Krieg und in Armut leiden.

Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtspredigt an Heiligabend an das Leid vieler Flüchtlingskinder erinnert und zu mehr Mitgefühl aufgerufen. Denken wir an das Kind in der Krippe, sagte Franziskus mit Blick auf die Geburt Jesu in der Weihnachtsgeschichte. Man müsse sich aber auch der Kinder annehmen, die gerade nicht in einer Wiege lägen und von der Liebe einer Mutter und eines Vaters umgeben seien.

Stattdessen erinnerte er an Kinder, die im Krieg oder auf der Flucht aufwachsen. An diejenigen „im unterirdischen Bunker, um den Bombardierungen zu entkommen; auf dem Bürgersteig einer großen Stadt, auf dem Boden eines mit Migranten überladenen Schleppkahns“. Zugleich gäbe es Kinder, die hungern, oder solche, die nicht Spielzeug, sondern Waffen in den Händen hielten.

Seit Beginn seiner Amtszeit stellt der Argentinier die notleidenden Menschen in den Mittelpunkt und findet klare Worte in Kriegs- und Krisenzeiten. Er will die Kirche zu einer Kirche der Armen machen. Gott tauche in eben dieser Einfachheit auf: „Er erscheint nicht im Nobelsaal eines königlichen Palastes, sondern in der Armut eines Stalls“, sagte der Papst in seiner Predigt.

An Weihnachten stehe Gott aber für viele nicht mehr im Mittelpunkt, beklagte der Argentinier. Weihnachten werde zu einem Fest, „bei dem die Hauptfiguren wir sind und nicht Er“, sagte Franziskus. Er rief dazu auf, sich auf das Wesentliche zu besinnen und auf „unsere unersättlichen Ansprüche“ zu verzichten. „Es wird uns gut tun, diese Dinge loszulassen, um in der Einfachheit des Gotteskindes den Frieden, die Freude und den Sinn des Lebens wiederzufinden.“

In und um den Petersdom hatten sich Tausende Gläubige versammelt, um die Christmette und die Worte des katholischen Kirchenoberhauptes zu verfolgen. Auf dem Petersplatz erstrahlte der festlich geschmückte Tannenbaum. Teil der diesjährigen Krippe ist auch ein maltesisches Fischerboot - ein Mahnmal für die Flüchtlingskrise. Am Sonntag verkündet Franziskus von der Loggia des Petersdoms seine Weihnachtsbotschaft und spendet den Segen „Urbi et Orbi“.

Düstere Töne bei diesjährigen Weihnachtsbotschaften

Auch der Leiter des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, forderte Hilfe für die notleidenden Flüchtlinge ein. "Wir fürchten uns vor dem Fremden, der an die Tür unseres Heims klopft oder an den Grenzen unserer Länder steht", sagte Pizzaballa während der Mitternachtsmesse in der St. Katharinenkirche neben der Geburtskirche von Bethlehem, an der auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, ein Muslim, teilnahm. Dieses Verhalten sei Sinnbild der Angst, die stets zu weiterer Gewalt führe.

Das geistliche Oberhaupt der Anglikaner, der Erzbischof von Canterbury Justin Welby, sprach in seiner Weihnachtsbotschaft ebenfalls von einer gespaltenen Welt. "Zum Ende des Jahres 2016 finden wir uns in einer anderen Welt wieder; einer Welt, die weniger vorhersehbar ist und stärker als bisher von Angst und Spaltung überschwemmt", sagte er laut vorab verbreitetem Redetext.

Im von den syrischen Regierungstruppen inzwischen vollständig eingenommenen Aleppo bereiteten sich unterdessen die Christen auf ihr erstes Weihnachtsfest seit langem vor. Mitglieder der katholischen Minderheit versuchten, die zum Teil zerstörte Kirche Sankt Elias in der Altstadt von Aleppo für die erste Weihnachtsmesse seit fünf Jahren herzurichten. "Wir wollen all diese Zerstörung in etwas Schönes umwandeln", sagte einer von ihnen, Baschir Badawi.

Auch im Irak, in dem unweit von Mossul gelegenen Ort Bartalla, waren die Bänke der von Bränden schwer gezeichneten Kirche Mar Schimoni gut gefüllt. Dort feierte die Christen ihr erstes Weihnachtsfest, seit die Dschihadistenmiliz Islamischer Stadt (IS) vor zwei Jahren Bartalla eingenommen hatte. "Wir fühlen uns, als hätten wir unser Leben wieder", sagte eine Einwohnerin des inzwischen wieder befreiten Orts.

Viele Städte in Europa feierten Weihnachten unter dem Eindruck des Anschlags auf einen Berliner Weihnachtsmarkt, bei dem zwölf Menschen getötet wurden. Berliner und Touristen gedachten auf dem Weihnachtsmarkt der Opfer, während die Behörden unter Hochdruck nach möglichen Komplizen des mutmaßlichen Attentäters Anis Amri suchten.

In Mailand, wo Amri am Freitag bei einer Polizeikontrolle erschossen wurde, herrschten rund um den Dom scharfe Sicherheitsvorkehrungen. In Frankreich waren 91.000 Polizisten, Gendarmen und Soldaten zur Bewachung von Kirchen, Weihnachtsmärkten und anderen öffentlichen Plätze im Einsatz.

Im Süden der mehrheitlich katholischen Philippinen wurden unterdessen mindestens 13 Menschen bei der Explosion eines Polizeiwagens vor einer Kirche verletzt.

dpa/afp

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