Sechste Lateinamerikareise

Papst Franziskus besucht Chile und Peru

Papst Franziskus bricht zu seiner Reise nach Chile und Peru auf. Foto: Gregorio Borgia
1 von 5
Papst Franziskus bricht zu seiner Reise nach Chile und Peru auf. Foto: Gregorio Borgia
Vor der Ankunft des Papstes werden wie hier in Santiago de Chile strenge Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen durchgeführt. Foto: Francisco Flores Seguel
2 von 5
Vor der Ankunft des Papstes werden wie hier in Santiago de Chile strenge Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen durchgeführt. Foto: Francisco Flores Seguel
Vorfreude: Freiwillige Helfer lassen sich mit einer Figur von Papst Franziskus fotografieren. Foto: Hans Scott
3 von 5
Vorfreude: Freiwillige Helfer lassen sich mit einer Figur von Papst Franziskus fotografieren. Foto: Hans Scott
Bei seinem Besuch vom 15. bis 21. Januar wird der Papst auch die Santiago Metropolitan Cathedral in Chile besuchen. Foto: El Mercurio
4 von 5
Bei seinem Besuch vom 15. bis 21. Januar wird der Papst auch die Santiago Metropolitan Cathedral in Chile besuchen. Foto: El Mercurio
Vor der Ankunft des Papstes in Chile gab es wie hier in Santiago de Chile Angriffe auf Kirchen. Foto: Rodrigo Sáenz
5 von 5
Vor der Ankunft des Papstes in Chile gab es wie hier in Santiago de Chile Angriffe auf Kirchen. Foto: Rodrigo Sáenz

Der Pontifex will in Südamerika Indios, Migranten, Diktaturopfer und Heimkinder treffen. Doch nicht alle sind von dem Besuch des katholischen Kirchenoberhaupts begeistert: In Chile greifen Unbekannte kurz vor seiner Ankunft mehrere Kirchen an.

Rom/Santiago de Chile (dpa) - Papst Franziskus hat seine sechste Lateinamerikareise begonnen. In Chile und Peru wollte er Ureinwohner treffen, sich ein Bild von der Umweltzerstörung im Amazonasgebiet machen und mit Heimkindern und Häftlingen zusammenkommen.

Das katholische Kirchenoberhaupt wurde um 20.10 Uhr (Ortszeit/00.10 MEZ) in Santiago de Chile erwartet. Tausende Sicherheitskräfte sind zu seiner Sicherheit im Einsatz. Im Fokus der 22. Auslandsreise des Pontifex stehen Begegnungen mit Indios und Migranten. In Chile trifft Franziskus unter anderem Vertreter der Mapuche-Indianer, die seit Jahren für die Rückgabe ihrer Ländereien kämpfen.

Am Wochenende wurden in dem südamerikanischen Land mehrere Brandanschläge gegen Kirchen verübt, bei denen nur geringer Sachschaden entstand. Auf Flugblättern an den Tatorten wurde der Kampf der Mapuche um Ländereien unterstützt und die katholische Kirche angeprangert.

"Demokratie bedeutet, dass die Leute sich frei und friedlich äußern können", sagte der Gouverneur der Metropolregion Santiago de Chile, Claudio Orrego, am Montag im Radiosender Cooperativa. "Von niemandem wird verlangt, dass er mit dem Papst einer Meinung sein muss. Aber Gewalt bei Demonstrationen hat keinen Platz in einer Demokratie."

Vor Hunderttausenden Gläubigen wird der Papst im Laufe der einwöchigen Reise eine Reihe von Messen feiern. Er wird Perus umstrittenen Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski und Chiles scheidende Staatschefin Michelle Bachelet treffen sowie mit Priestern und Seminaristen zusammenkommen.

In Peru besucht der Papst von Donnerstag bis Sonntag die Hauptstadt Lima, das Departement Madre de Dios im Amazonasgebiet, wo illegaler Bergbau die Lebensgrundlage der Indios zerstört, und die nordperuanische Küstenstadt Trujillo.

"Die Kultur des Ausschließens hat immer mehr von uns Besitz ergriffen. Ich will an eurer Freude, eurer Trauer, euren Problemen und Hoffnungen teilhaben. Ich will euch sagen: Ihr seid nicht allein, der Papst ist bei euch", sagte Franziskus in einer Videobotschaft.

Die katholische Kirche steht in Lateinamerika unter Druck, Konkurrenz machen ihr vor allem evangelikale Bewegungen. Sowohl in Chile als auch in Peru gibt es zudem Missbrauchsvorwürfe gegen Priester.

Auf dem Flug von Rom nach Santiago de Chile äußerte Papst Franziskus Furcht vor einem Atomkrieg. "Ja, ich habe wirklich Angst", zitierte die Nachrichtenagentur Ansa das katholische Kirchenoberhaupt an Bord des Papstfliegers. "Wir sind am Limit. Ein Zwischenfall wird reichen, um einen Krieg zu entfesseln. Deshalb müssen wir die Waffen zerstören und uns für die nukleare Abrüstung einsetzen."

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Premierministerin May präsentiert Vorstellungen zum Brexit

Leidenschaftlich haben auch deutsche Politiker und Wirtschaftsvertreter die Briten zum Verbleib in der EU aufgerufen. Doch deutet wenig auf einen solchen Umschwung hin. …
Premierministerin May präsentiert Vorstellungen zum Brexit

Schwere israelische Luftangriffe in Syrien

Seit Jahren attackiert Israel immer wieder Ziele im syrischen Nachbarland, um iranische Kräfte von dort zu vertreiben. In den vergangenen Tagen häufen sich die Angriffe. …
Schwere israelische Luftangriffe in Syrien

Bittere Bilanz: „Bärendienst“ und „Versäumnisse“ - was von der Ära Merkel bleiben könnte

Der Journalist Stephan Hebel hat in einem neuen Buch eine erste Bilanz der Ära Merkel gezogen. Sein Urteil fällt hart aus: Die Kanzlerin habe Deutschland …
Bittere Bilanz: „Bärendienst“ und „Versäumnisse“ - was von der Ära Merkel bleiben könnte

Nach CSU-Parteitag: Aktuelle Umfrage - Mehrheit glaubt nicht an Aufschwung durch Söder

Markus Söder beerbt Horst Seehofer als CSU-Vorsitzender. Laut einer Umfrage glauben viele Wähler nicht an positive Folgen. Alle News vom CSU-Parteitag.
Nach CSU-Parteitag: Aktuelle Umfrage - Mehrheit glaubt nicht an Aufschwung durch Söder

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.