Bestechungsvorwurf

Peru verlangt von Trump Auslieferung von Ex-Staatschef Toledo

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Der peruanische Ex-Präsident Alejandro Toledo soll Bestechungsgelder in Höhe von 18,6 Milliarden Euro angenommen haben.

Lima - Der ehemalige peruanische Staatschef Toledo soll Bestechungsgelder in Hähe von 18,6 Millionen Euro angenommen haben. Peru verlangt nun seine Auslieferung aus den USA.

Der peruanische Präsident Pablo Kuczynski hat seinen US-Kollegen Donald Trump um die Auslieferung des früheren Staatschefs Alejandro Toledo gebeten, der wegen Korruptionsvorwürfen gesucht wird. Trump solle zusammen mit dem US-Außenministerium prüfen, ob Toledo "zurück nach Peru geschickt" werden könne, zitierte die amtliche peruanische Nachrichtenagentur Andina am Sonntag den Präsidenten. Die peruanischen Behörden vermuten, dass sich Toledo in San Francisco aufhält.

Toledo wies die Vorwürfe in der Nacht zum Montag in einer Twitter-Kurzbotschaft zurück - ohne seinen Aufenthaltsort preiszugeben. Das mit seinem Fall befasste Gericht in Lima lege ihm Straftaten zur Last, die er "nicht begangen" habe, erklärte der 70-Jährige. Auch könne das Gericht die Vorwürfe "nicht beweisen". Es habe nicht einmal seine Aussage eingeholt. Auf Hinweise zur Ergreifung Toledos wurde von den peruanischen Behörden eine Prämie von 30.000 Dollar (gut 28.000 Euro) ausgesetzt.

Toledo soll Bestechungsgelder in Höhe von 18,6 Millionen Euro angenommen haben

Zuvor hatte die Regierung in Lima mitgeteilt, die US-Regierung verlange zusätzliche Informationen im Zusammenhang mit dem Auslieferungsersuchen. In einer Information des Weißen Hauses über ein Telefonat Trumps mit Kuczynski wurde Toledo nicht erwähnt. Demnach sprachen die beiden Präsidenten über die "humanitäre Lage" und andere Probleme in Venezuela.

Die peruanische Justiz hatte vergangene Woche einen internationalen Haftbefehl für Toledo ausgestellt. Der Ex-Staatschef soll umgerechnet rund 18,6 Millionen Euro Bestechungsgelder angenommen haben.

Die Korruptionsvorwürfe stehen im Zusammenhang mit dem Skandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht, der sich mittels Schmiergeldern Aufträge gesichert haben soll. Odebrecht steht auch im Fokus der Korruptionsaffäre um den staatlichen brasilianischen Ölkonzern Petrobras, der derzeit das Nachbarland erschüttert.

Israel werde Toledo keine Zuflucht gewähren

Der frühere Odebrecht-Chef in Peru, Jorge Barata, hatte zugegeben, dass sein Unternehmen der Regierung unter Toledo Schmiergelder für einen Auftrag zum Bau der Interozeanischen Autobahn gezahlt habe, die Brasilien und Peru verbindet. Mittelsmann war Medienberichten zufolge Toledos ehemaliger Sicherheitschef, Avraham Dan On.

Toledos Anwalt Heriberto Benítez kündigte an, gegen die angeordnete Untersuchungshaft vorzugehen. Er hatte das Gericht aufgefordert, Toledo lediglich vorzuladen. Der mit dem Fall betraute Richter Richard Concepción erklärte jedoch, dass Toledo "mit hoher Wahrscheinlichkeit" Schmiergelder angenommen habe.

Die israelische Regierung erklärte, sie werde Toledo keine Zuflucht gewähren. Er könne erst nach Israel kommen,"wenn seine Angelegenheiten in Peru geklärt sind", sagte Außenamtssprecher Emmanuel Nachschon. Der peruanischen Regierung liegen Hinweise vor, Toledo könne nach Israel reisen, da seine in Frankreich geborene Frau einen israelischen Pass habe.

AFP

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