Umstrittenes Gesetzespaket

Bundesrat gibt Weg für Pkw-Maut frei

Ein Schild weist auf die Mautpflicht auf österreichischen Autobahnen hin. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Illustration
+
Ein Schild weist auf die Mautpflicht auf österreichischen Autobahnen hin. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Illustration

Berlin (dpa) - Nach jahrelangem Streit hat der Bundesrat den Weg für die Einführung einer Pkw-Maut in Deutschland freigegeben. Die Länderkammer ließ Gesetzesänderungen passieren, die Bedenken der EU-Kommission gegen die Maut ausräumen sollen.

Was sieht die Pkw-Maut konkret für Autofahrer vor? Einige wichtige Punkte:

STRASSENNETZ: Inländer sollen für das knapp 13 000 Kilometer lange Autobahnnetz und das 39 000 Kilometer lange Netz der Bundesstraßen Maut zahlen. Pkw-Fahrer aus dem Ausland nur auf den Autobahnen.

MAUTPREISE FÜR INLÄNDER: Alle inländischen Autobesitzer müssen eine Jahresmaut zahlen, die vom Konto abgebucht wird. Sie richtet sich nach Größe und Umweltfreundlichkeit des Motors. Im Schnitt kostet sie 67 Euro, maximal 130 Euro. Benziner sind günstiger als Diesel.

MAUTPREISE FÜR FAHRER AUS DEM AUSLAND: Für Ausländer gibt es neben der genauso berechneten Jahresmaut auch zwei Kurzzeittarife je nach Motoreigenschaften: Eine Zehn-Tages-Maut für 2,50, 4, 8, 14, 20 oder 25 Euro und eine Zwei-Monats-Maut für 7, 11, 18, 30, 40 oder 50 Euro.

AUSGLEICH FÜR INLÄNDER: Inländer sollen für Mautzahlungen durch eine geringere Kfz-Steuer komplett wieder entlastet werden. Bei besonders sauberen Autos (Euro 6) soll die Steuer sogar stärker sinken als der Mautbetrag.

BESONDERE FAHRZEUGE: Mautpflichtig sind auch Wohnmobile. Motorräder, Elektroautos, Wagen von Behinderten und Krankenwagen sind mautfrei.

KONTROLLEN: Statt an Klebe-Vignetten sollen alle Mautzahler über das Nummernschild ihres Autos zu erkennen sein. Kontrolliert werden soll dies in Stichproben durch einen elektronischen Kennzeichen-Abgleich. Daten sollen nur hierfür erfasst und schnell wieder gelöscht werden.

STRAFEN: Wer keine Maut zahlt und erwischt wird, muss eine Geldbuße zahlen. Genaue Summen sind noch nicht festgelegt. Geldbußen sollen auch im Ausland eingetrieben werden.

RÜCKZAHLUNGEN: Inländer, die nachweisen können, dass sie in einem Jahr nicht auf Autobahnen und Bundesstraßen gefahren sind, können die Maut zurückfordern. Nachweis könnte ein Fahrtenbuch sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Psychiaterin: Utøya-Mörder Breivik so gefährlich wie zuvor
Politik

Psychiaterin: Utøya-Mörder Breivik so gefährlich wie zuvor

Breivik sehnt sich nach eigenen Angaben nach Kontakten. Eine wichtige Zeugin weist darauf hin, dass dem verurteilen Rechtsterroristen nicht zu trauen sei. Ihre Aussage …
Psychiaterin: Utøya-Mörder Breivik so gefährlich wie zuvor
Bundeswehr-Fluthelfer zum eigenen Wintergarten umgeleitet? Böser Verdacht im Verteidigungsministerium
Politik

Bundeswehr-Fluthelfer zum eigenen Wintergarten umgeleitet? Böser Verdacht im Verteidigungsministerium

Das Verteidigungsministerium ermittelt nach Spiegel-Informationen im eigenen Haus - wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei der Fluthilfe der Bundeswehr 2021.
Bundeswehr-Fluthelfer zum eigenen Wintergarten umgeleitet? Böser Verdacht im Verteidigungsministerium
Krieg in Europa nur Wochen entfernt? Briten warnen Putin vor zehntausenden Toten - Macron legt nach
Politik

Krieg in Europa nur Wochen entfernt? Briten warnen Putin vor zehntausenden Toten - Macron legt nach

Wladimir Putin rasselt mit dem Säbel und zieht seine Truppen zusammen. Der Ukraine-Konflikt könnte sich möglicherweis zu einem Krieg entwickeln. News-Ticker.
Krieg in Europa nur Wochen entfernt? Briten warnen Putin vor zehntausenden Toten - Macron legt nach
Neue Umfrage: Wähler glauben schon vor Merz-Wahl nicht an Merz-Erfolge
Politik

Neue Umfrage: Wähler glauben schon vor Merz-Wahl nicht an Merz-Erfolge

Friedrich Merz will die CDU wieder nach vorne bringen. Doch schon vor seiner Wahl zum neuen Vorsitzenden zeigt eine Umfrage, dass ihm das die Wenigsten zutrauen.
Neue Umfrage: Wähler glauben schon vor Merz-Wahl nicht an Merz-Erfolge

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.