Peinlicher Werbespot sorgt für Gelächter

Polen schaltet Kaninchen-Clip, um für‘s Kinderkriegen zu werben

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Mit eine Werbespot, will die polnische Regierung eine höhere Geburtenrate erreichen. Dafür greifen sie ausgerechnet auf „Kanninchen“ zurück.

Wie animiert man seine Bürger mehr Kinder zu bekommen? Die Regierung in Polen wollte es mit einem Kaninchen-Werbespot versuchen. Doch das ging gründlich daneben. 

Warschau - Die Bevölkerung in Polen sinkt und das liegt nicht zuletzt an der niedrigen Geburtenrate: Nur 1,32 Kinder bekommt eine Frau dort durchschnittlich, ein Wert der im europäischen Vergleich einer der niedrigsten ist. Lediglich in Portugal kommen noch weniger Kinder auf die Welt. 

Vor diesem Hintergrund will Polens Regierung der sinkenden Bevölkerungszahl mit verschiedenen Maßnahmen entgegenwirken und hat dafür eine eigenwilligen Werbefilm produziert. Denn die Hauptrollen in dem Clip könnten kaum Klischee-behafteter sein: Kaninchen.

In Polen sorgt der Werbespot für Gelächter

In dem insgesamt 30 Sekunden langen Clip, der vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben wurde, hoppeln zu Beginn dutzende Kaninchen über eine Wiesen. Genüsslich nagen sie an Salat und Karotten, genießen offenbar ihr Dasein als Kaninchen. Wie ntv.de schreibt, erklärt nebenbei ein Erzähler auf polnisch, warum Kaninchen so zahlreich Nachkommen produzieren. Die angebliche Begründung: mehr Bewegung, gesunde Ernährung, weniger Stress und Romantik. Nebenbei zeigt der Film mit einem umgedrehten Weinglas noch eine weitere Anspielung: Mit Alkohol funktioniert die Reproduktion weniger gut. 

In Polen sorgte der Werbesport, der ja eigentlich für mehr Nachkommen sorgen sollte, für Gelächter: So reagierte der polnische Illustrator Andrzej Mleczko mit einer Karikatur auf den Clip, in dem ein Kaninchen am Kiosk nach 800 Kondomen fragt. 

Opposition kritisiert: Regierung zeigt im Spot ihr wahres Gesicht

Wie ntv in Bezug auf mehrere Medienberichte schreibt, soll der Werbespot über 700.000 Euro gekostet haben. Aus der Opposition hagelt es deswegen Kritik. Als „peinlich“ bezeichnete der ehemalige Gesundheitsminister Bartosz Arlukowicz von der oppositionellen Bürgerplattform (PO) den Spot. Und der PO-Senator Thomasz Grodzki soll laut ntv sogar gesagt haben: „In diesem peinlichen Spot zeigt die Regierung ihre wahren Absichten: Wir sollen wie Kaninchen geboren werden, essen wie die Ochsen, abstimmen wie Böcke und still wie Mäuschen sein."

Gegenüber der polnischen Zeitung „Dziennik Gazeta Prawna“ erklärt auch der Sprachwissenschaftler Jerzy Bralcyk, dass der Kaninchen-Mensch-Vergleich eher schlecht gewählt ist. Seine Begründung: Sprachkonnotationen mit Kaninchen und Fruchtbarkeit seien eindeutig negativ besetzt. 

Polens Gesundheitsminister ist von der Kampagnen dagegen begeistert: „Ich glaube, dass, auch wenn der Spot ein bisschen umstritten ist, er Aufmerksamkeit auf ein Thema lenkt, das in Polen ein Problem ist", sagte Konstanty Radziwill im Parlament. Der Clip soll außerdem nicht der einzige bleiben: In Zukunft soll auch im Radio noch derartige Werbung geschaltet werden, so der Minister. 

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