Vor der Stichwahl

Polens Präsident Duda will Homosexuellen Adoption verbieten

Polens Präsident Andrzej Duda verschärft vor der Stichwahl noch einmal den Ton gegen Homosexuelle. Foto: Sebastian Borowski/PAP/dpa
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Polens Präsident Andrzej Duda verschärft vor der Stichwahl noch einmal den Ton gegen Homosexuelle. Foto: Sebastian Borowski/PAP/dpa

In einer Woche entscheiden die Polen in einer Stichwahl über die Präsidentschaft. Amtsinhaber Andrzej Duda will mit einem neuen Vorschlag die Rechte Homosexueller einschränken - und die Verfassung ändern.

Warschau (dpa) - Eine Woche vor der Stichwahl um die Präsidentschaft in Polen hat sich der Amtsinhaber Andrzej Duda gegen mehr Rechte für homosexuelle Paare ausgesprochen.

Der nationalkonservative Politiker kündigte an, am Montag eine Verfassungsänderung im Sejm einzubringen, um Menschen in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung ausdrücklich von der Adoption von Kindern auszuschließen. Daraufhin sprach sich auch Dudas liberaler Gegenkandidat Rafal Trzaskowski gegen eine solche Form der Adoption aus, wie die Agentur PAP berichtete. Zugleich kritisierte der Bürgermeister Warschaus, dass sich Duda "Stellvertreterthemen" zuwende.

Der Abgeordnete und LGBT-Aktivist Krzysztof Smiszek merkte an, dass Duda für seine Initiative nicht über die nötige verfassungsändernde Mehrheit im Parlament verfüge. Die Ankündigung sei nur ein weiteres Beispiel für die Instrumentalisierung primitiver Ängste vor Homosexuellen, um Wähler zu mobilisieren, sagte der 40-Jährige. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um das Präsidentenamt voraus. Eine neue Befragung im Auftrag des konservativen Nachrichtenmagazins "Do Rzeczy" sieht Duda bei 50,9 Prozent, äußerst knapp gefolgt von Trzaskowski bei 49,1 Prozent.

© dpa-infocom, dpa:200705-99-678962/4

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