Politikberater Spreng: Guttenberg überzieht

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Der Politik- und Medienberater Michael Spreng (links) hat kritisiert, dass Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit seiner Ehefrau Stephanie zu deutschen Soldaten am Hindukusch gereist ist.

Berlin - Der Politik- und Medienberater Michael Spreng hat kritisiert, dass Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit seiner Ehefrau Stephanie zu deutschen Soldaten am Hindukusch gereist ist.

Update vom 2. Juli 2018: Kommt es zur Eskalation in der Auseinandersetzung zwischen Seehofer und Merkel? Der ehemalige Wahlkampfmanager von Edmund Stoiber, Michael Spreng, rechnet im Asylstreit mit der CSU ab.

“Ich habe mich gefragt, was macht Frau zu Guttenberg in Afghanistan?“, sagte Spreng am Dienstag der dpa in Berlin. Der Besuch mit Ehefrau sei vom Verteidigungsminister kontraproduktiv gewesen. “Er hat ja gesagt, er möchte die Aufmerksamkeit auf die Soldaten lenken.“ Durch die Teilnahme seiner Frau habe er aber die Aufmerksamkeit auf das Ehepaar gelenkt und damit das Ziel verfehlt.

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Der gemeinsame Truppenbesuch von Präsident Horst Köhler und seiner Frau Eva Luise sei hingegen “ein bescheidener und unglamouröser Auftritt“ gewesen, der ganz der Sache gedient habe, der Anerkennung und dem Dank für die deutschen Soldaten. “Das unterscheidet sich schon deutlich“, sagte Spreng. Die Guttenbergs seien eben das Glamourpaar der Politik - “und es tritt auch an den unpassenden Orten als Glamourpaar auf“.

Dass bei der Guttenberg-Reise eine Talkshow aufgezeichnet wurde, verstärkt laut Spreng den Eindruck, dass es sich um eine Medieninszenierung handelt. Auch dies sei dem Zweck der Reise abträglich. Es gehe um die Soldaten und ihren gefährlichen Einsatz, nicht darum, eine neue Form der Kriegsberichterstattung einzuführen, “embedded talkshows“, wie es Spreng formuliert.

Er hätte Guttenberg von einer Begleitung der Ehefrau abgeraten. “Ich finde das falsch, und es lenkt von den deutschen Soldaten ab. Sie sind dann am Ende nur noch die Kulisse und nicht mehr die Hauptperson bei diesem Besuch.“

Guttenberg habe überzogen und zu sehr auf die Medienwirkung geschielt. Er müsse prüfen, wie lange es noch gut gehe, “zu stark in die Tasten des Medienklaviers zu hauen“. Spreng sagte: “Irgendwann wird das Publikum vielleicht müde und dann ist die sogenannte mediale Fallhöhe erreicht, von der man auch leicht abstürzen kann.“ Spreng war unter anderem Berater von Edmund Stoiber und Jürgen Rüttgers.

Von Caroline Bock

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