Politische Plattform für den Luftsport in der Rhön

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Der Luftsport und die Luftfahrt allgemein sehen sich großen Herausforderungen ausgesetzt - und hoffen auf politische Unterstützung auch in der Region

Rhön. Vor welchen Herausforderungen stehen Luftsport und Allgemeine Luftfahrt? Wo kann und sollte die Politik aktiv werden?

Über diese Fragen haben  der Generalsekretär des "Deutschen Aero Clubs" (DAeC),  Udo Beran, und "DAeC"-Altpräsident Gerhard Allerdissen mit den SPD-Bundestagsabgeordneten Brigitte Zypries und Birgit Kömpel im "Deutschen Segelflugmuseum" auf der Wasserkuppe diskutiert. Die frühere Justizministerin Zypries ist gegenwärtig Parlamentarische Staatssekretärin und Koordinatorin für Luft- und Raumfahrt. Berans Forderung: Luftsport und Allgemeine Luftfahrt brauchen regelmäßig eine politische Plattform.

Dass diese fehle, zeige schon folgendes Beispiel: Die Europäische Luftfahrtbehörde "EASA" veröffentlicht wichtige Dokumente nur noch auf Englisch – zum Beispiel Lufttüchtigkeitsanweisungen,  von deren richtigem Verständnis im Extremfall das Leben der Flugzeug-Insassen abhängt. Besonders kompliziert wird es, wenn es um die Anhörungen zu "EASA"-Gesetzesvorhaben geht. Bei den Verordnungstexten gelangen bisweilen selbst Fachübersetzer an ihre Grenzen. "Das ist eine hochkomplexe Mischung aus technischer und juristischer Sprache", sagt Beran. "Durch diese Hürde werden wir unserer demokratischen Mitbestimmungsrechte beraubt."

Die Konsequenz: Das "DAeC" -Referat "Luftfahrttechnik und Betrieb" und der "Bundesausschuss Technik" übersetzen einen Teil der Texte selbst. Beran: "Es kann nicht sein, dass wir Mitgliedsbeiträge aufwenden, um Aufgaben zu übernehmen, die eigentlich der Staat wahrnehmen muss."

Eine regelmäßig stattfindende Gesprächsrunde müsse her – so wie sie die "Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt" einst gewesen sei. Bereits in den 1960er-Jahren hätten sich DAeC-Vertreter bei Parlamentarischen Abenden mit flugbegeisterten Bundestagsabgeordneten ausgetauscht. Auf Initiative des "DAeC" entstand schließlich der "Parlamentarische Freundeskreis Segelflug".

"Als dann am 6. November 1985 die ‚Parlamentarische Gruppe Luftfahrt‘ ins Leben gerufen wurde, gehörte auch der bekannte ,DAeC’-Segelflieger Fred Weinholtz zu den Initiatoren", erinnert sich Allerdissen. "Damals ging es  vor allem um den Luftsport, die gesetzlichen Bestimmungen und dergleichen mehr." Mit den Jahren habe sich der Fokus stark in Richtung Luftfahrtindustrie und Militär verschoben.

Das Gespräch mit Zypries und Kömpel auf der Wasserkuppe soll der Auftakt dafür sein, den Belangen des Luftsports und der allgemeinen Luftfahrt wieder eine breitere Plattform zu geben. Die beiden Bundestagsabgeordneten zeigten sich bei dem Treffen interessiert und aufgeschlossen – und setzten die angesprochenen Probleme auf ihre Agenda.

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