Den ganzen Tag geschlossen

Nach Terrorwarnung schließt Polizei Einkaufszentrum in Essen

Um eine Gefährdung der Besucher auszuschließen, bleiben Verkaufshallen und die Parkgarage den ganzen Tag über geschlossen. Foto: Bernd Thissen
1 von 6
Um eine Gefährdung der Besucher auszuschließen, bleiben Verkaufshallen und die Parkgarage den ganzen Tag über geschlossen. Foto: Bernd Thissen
Die Polizei sichert in Essen wegen einer Terrorwarnung das Einkaufszentrum Limbecker Platz. Foto: Bernd Thissen
2 von 6
Die Polizei sichert in Essen wegen einer Terrorwarnung das Einkaufszentrum Limbecker Platz. Foto: Bernd Thissen
Die Polizei hat das Center am Limbecker Platz nach einer Terrordrohung schließen lassen. Foto: Roland Weihrauch/Archiv
3 von 6
Die Polizei hat das Center am Limbecker Platz nach einer Terrordrohung schließen lassen. Foto: Roland Weihrauch/Archiv
Nach Hinweisen, dass das Center in Essen Ziel eines Terroranschlags sein könnte, wird es ganztägig geschlossen. Foto: Bernd Thissen
4 von 6
Nach Hinweisen, dass das Center in Essen Ziel eines Terroranschlags sein könnte, wird es ganztägig geschlossen. Foto: Bernd Thissen
Die Polizei ist mit einer Hundertschaft vor Ort. Foto: Bernd Thissen
5 von 6
Die Polizei ist mit einer Hundertschaft vor Ort. Foto: Bernd Thissen
Das Einkaufszentrum "Limbecker Platz" in der Innenstadt von Essen. Foto: Roland Weihrauch/Archiv
6 von 6
Das Einkaufszentrum "Limbecker Platz" in der Innenstadt von Essen. Foto: Roland Weihrauch/Archiv

Beamte in schusssicheren Westen statt Besucher mit Einkaufstaschen: Aus Sorge vor einem Anschlag sperrt die Polizei ein Shoppingcenter mitten in Essen. Zehntausende Kunden sind betroffen.

Essen (dpa) - Die Polizei hat nach einem Terrorhinweis ein großes Einkaufszentrum in Essen schließen lassen. Es lägen Erkenntnisse vor, dass das Center am Limbecker Platz heute Ziel eines Terroranschlags sein könnte, sagte ein Polizeisprecher.

Um eine Gefährdung der Besucher auszuschließen, blieben Verkaufshallen und die Parkgarage den ganzen Tag über geschlossen. Angaben zu möglichen Motiven und verdächtigen Personen wurden nicht gemacht. Die Shoppingmeile zählt zu den größten innerstädtischen Einkaufszentren in Deutschland.

Die Polizei hatte die Information nach eigenen Angaben von anderen Behörden erhalten und nahm die Bedrohung sehr ernst. "Wir als Polizei sind die Sicherheitsbehörde und wir haben uns dazu entschieden, wir machen das Einkaufszentrum zu", sagte Polizeisprecher Christoph Wickhorst. Die Entscheidung sei in der Nacht gefallen. Das Management war am frühen Morgen informiert worden.

Polizisten in schusssicheren Westen und mit Maschinenpistolen sicherten den Gebäudekomplex ab. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, auch aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens. Der Gebäude-Komplex wurde von Beamten umstellt. Am Morgen hatten Einsatzkräfte das Gebäude durchsucht. Sie wollten ausschließen, dass sich schon Beschäftigte oder Reinigungskräfte darin aufhielten. Am Zentrum Limbecker Platz herrschte am Vormittag gespenstische Ruhe, wo an normalen Samstagen reger Betrieb ist.

Die Polizei arbeitete parallel zu den Maßnahmen vor Ort mit zahlreichen Experten an der Aufklärung der Hintergründe. "Wir müssen gucken, wer hat möglicherweise hier etwas vorgehabt. Die Ermittlungen laufen im Hintergrund", sagte der Polizeisprecher weiter.

Nach Angaben des Managements halten sich samstags im Schnitt rund 60 000 Menschen in dem mehrgeschossigen Ladenkomplex auf. Der Warnhinweis bezog sich nur auf das Einkaufszentrum, nicht aber auf umliegende Geschäfte. Außerhalb der Absperrung konnte der Samstagsbetrieb weiterlaufen.

In der Ruhrgebietsmetropole war vor knapp einem Jahr ein Terroranschlag verübt worden. Im April 2016 hatten in Essen zwei muslimische Jugendliche eine Bombe auf ein Gebetshaus der Sikhs geworfen, während dort eine Hochzeit gefeiert wurde. Bei der Explosion wurden drei Menschen verletzt. Anfang Dezember begann der Prozess gegen die damals 16 Jahre alten Täter und einen Komplizen. Laut Anklageschrift hatten sie die Sikhs als Ungläubige betrachtet.

In den vergangenen Monaten waren in Deutschland mehrfach öffentliche Gebäude nach Terrorhinweisen gesperrt worden. So wurde im November 2015 das Fußball-Länderspiel Deutschland-Niederlande in Hannover kurz vor Anpfiff abgesagt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen gab es wenige Tage nach den schweren Anschlägen in Paris konkrete Hinweise auf geplante Bombenanschläge im Stadion und am Bahnhof. An Silvester 2015 wurde der Münchner Hauptbahnhof nach einer Terrorwarnung geräumt. Vor zwei Jahren fiel der Karnevalsumzug in Braunschweig wegen akuter Terrorgefahr aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

SPD will am Freitag über Sondierungen mit Union entscheiden

SPD und Union ringen um eine neue Bundesregierung. GroKo ja oder nein? Ist „KoKo“ vom Tisch? Heute Abend will die SPD eine Entscheidung treffen. Alle News im Ticker.
SPD will am Freitag über Sondierungen mit Union entscheiden

Bundestag hebt Immunität von zwei AfD-Abgeordneten auf

Das Urteil gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten Münzenmaier ist noch nicht rechtskräftig - er hat dagegen Berufung eingelegt. Das Parlament stellte die Weichen dafür, …
Bundestag hebt Immunität von zwei AfD-Abgeordneten auf

Nach Gesprächen: Union will schnelle Sondierungen, SPD erst beraten

Nach den ersten Gesprächen zwischen Union und SPD über die Fortführung der Großen Koalition gegen sich beide Seiten einträchtig. Eine Partei tritt aber erstmal auf die …
Nach Gesprächen: Union will schnelle Sondierungen, SPD erst beraten

May-Schlappe: Britisches Parlament erzwingt Veto-Recht bei Brexit

Die britische Premierministerin Theresa May hat beim Abschied aus der EU eine Niederlage hinnehmen müssen. Das Parlament hat ein Veto-Recht über das Brexit-Abkommen …
May-Schlappe: Britisches Parlament erzwingt Veto-Recht bei Brexit

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.